Gaildorf Ein Baum als Symbol der Verbundenheit

Gaildorf / Günther Kubin 12.07.2018
Seit 25 Jahren bestehen zwischen Gaildorf und dem ungarischen Budajenö freundschaftliche Beziehungen. Ein Besuch bei den Freunden zeigt aufs Neue, wie fest die Verbindung zwischen beiden Städten ist.

Eine Delegation aus Gaildorf mit Bürgermeister Frank Zimmermann, der Stadtkapelle sowie einigen Bürgern fuhr Ende Juni zum Fest Peter und Paul in die ungarische Partnerstadt Budajenö. Bei diesem Anlass wurde auch die 25-jährige Partnerschaft mit der Gemeinde gefeiert. Erstmals war auch Pater Tomy in Ungarn dabei. Der Ehrenbürger von Budajenö und Gaildorf, Gerhard Schick, und seine Frau Ilse sowie der Enkel ließen  es sich nicht nehmen, wieder nach Ungarn mitzufahren.

Am Freitagmorgen besuchte die Gruppe zusammen mit einigen Gemeinderäten aus Budajenö die Stadt Eger (Erlau). Sie ist berühmt für ihre Weinprodukte, der wohl bekannteste Rotwein ist das Erlauer Stierblut. Nach einer Besichtigung der Burg von Eger war noch eine Wanderung durch das „Tal der schönen Frauen“ angesagt. Mit rund 200 Weinkellern ist es das größte Weinkellergebiet von Ungarn. Um den Namen ranken sich mehrere Legenden.

Nach der Rückkehr nach Budajenö stand abends eine Foto-Ausstellungseröffnung im Kornspeicher auf dem Programm. Die Stadtkapelle spielte im Anschluss einige Stücke. Ein gemeinsames Abendessen im Haus der Traditionen schloss sich an. Die Kapelle  „Heimattöne“ sorgte für tolle Stimmung mit guter Blasmusik.

Gedenkblatt unterzeichnet

Am nächsten Morgen war die deutsche Delegation ins Bürgermeisteramt von Budajenö eingeladen. Nach dem Austausch von Geschenken unterzeichneten Bürgermeister Istvan Budai und Frank Zimmermann ein Gedenkblatt anlässlich der 25-jährigen Partnerschaft. Beide betonten die enge Verbindung zueinander – vor allem, dass der Austausch von Schulklassen inzwischen hervorragend organisiert ist. Am 27. Oktober wird Gaildorf ein Fest anlässlich des Jubiläums ausrichten.

Ein besonderes Schmankerl war die Pflanzung eines Gingkobaums in der Nähe des Vertriebenendenkmals in Budajenö. Dieser Baum soll die Verbundenheit beider Kommunen festigen, sie langfristig wachsen lassen und erhalten. Aus diesem Anlass war auch das ungarische Regionalfernsehen anwesend.

Stele übergeben

Nach der Baumpflanzung ging es noch vor dem Mittagessen weiter zu der Einweihung eines renovierten Feldkreuzes. Die Deutsche Selbstverwaltung von Budajenö war für diese Renovierung zuständig. Dies betonten Joszef Herb und auch Staatssekretär Soltesz in ihren jeweiligen Ansprachen und äußerten die Hoffnung, dass noch weitere Kreuze restauriert werden können.  Staatssekretär Soltesz sagte die finanzielle Unterstützung dafür zu. Nach einem Mittagessen hatte die Gruppe bis 15 Uhr Zeit, sich etwas zu erholen.

Dann begann das Nachmittagsprogramm am Kornspeicher auf einer Bühne. Beide Bürgermeister betonten auch dort nochmals die Bedeutung der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden. Tanzvorführungen verschiedener Gruppen, Gesangseinlagen von mehreren Chören, kleinere Ansprachen und die Übergabe einer Stele  – von Martin Zecha erstellt – waren die Höhepunkte des Nachmittags.

25 Ringe

Die Zeit der Partnerschaft war von Zecha in beeindruckender Weise auf dem Holzstamm mit 25 Ringen angedeutet. Die Gaildorfer Stadtkapelle war noch eine Stunde auf der Bühne und begeisterte die anwesenden Gäste mit schwungvollen Stücken. Zu vorgerückter Stunde ging es dann wieder in die Hotels zurück.

Traditionell stand am Sonntagvormittag wieder ein Gottesdienst zu Ehren der Heiligen Petrus und Paulus auf dem Programm. Pater Tomy und Pfarrer Gabor Harkai zelebrierten gemeinsam – sowohl auf Deutsch als auch auf Ungarisch – die heilige Messe in der Kirche Peter und Paul in Budajenö. Die Stadtkapelle umrahmte den Gottesdienst mit Teilen aus der Deutschen Messe von Franz Schubert. Zum Abschluss, als die ungarische Nationalhymne von der Kapelle gespielt wurde, liefen einigen Ungarn die Tränen über die Wangen. „Wunderschön, nicht erwartet, mit soviel Herz gespielt“ waren verschiedene Aussagen von Teilnehmern des Gottesdienstes.

Mit einem anschließenden Platzkonzert vor der Kirche ging ein sehr emotionaler Vormittag zu Ende. Leider gingen die Tage wie immer viel zu schnell vorbei, und ein langer Heimweg stand für die Gaildorfer an. Gegen 1 Uhr am nächsten Morgen waren dann alle Mitglieder der Delegation wieder gesund in Gaildorf angekommen. Das Fazit: „Ein herzlicher Dank an unsere Stadtkapelle unter der Leitung von Hans Kriso für ihren Einsatz in diesen Tagen! Danke an unsere ungarischen Gastgeber, denen nichts zu viel war, damit wir wieder schöne Tage in Budajenö erleben durften. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!“

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