Gaildorf Gymnasium: „Starkes Signal“ Richtung Zukunft

Das Gaildorfer Schulzentrum gewinnt durch eine neue gymnasiale Fächerkombination weiter an Profil: Blick auf das Schenk-von-Limpurg-Gymnasium, links daneben die Schloss-Realschule, ganz links im Bild das Rathaus.
Das Gaildorfer Schulzentrum gewinnt durch eine neue gymnasiale Fächerkombination weiter an Profil: Blick auf das Schenk-von-Limpurg-Gymnasium, links daneben die Schloss-Realschule, ganz links im Bild das Rathaus. © Foto: Foto: Clemens Weller/Archiv
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 18.08.2018
Das Gaildorfer Schenk-von-Limpurg-Gymnasium zählt zu den 18 Bildungseinrichtungen im Regierungsbezirk Stuttgart, die im kommenden Schuljahr mit dem neuen Profilfach „IMP“ starten dürfen.

Unerlässlich für eine sogenannte mittelzentrale Kommune vom Format Gaildorfs ist ein gut funktionierendes schulisches Angebot. Mehr noch: Bildungsvielfalt vor Ort gilt längst als einer der wichtigsten (wirtschaftlichen) Standortfaktoren. Darauf hatte Oberstudiendirektorin Angela Rücker Ende Februar aus­drück­lich hingewiesen, als sie ihr leidenschaftliches Plädoyer für eine weitere Schärfung des Profils am Schenk-von-Limpurg-Gymnasi­um hielt.

Konkret ging es der Schulleiterin darum, das neue Profilfach Informatik, Mathematik & Physik, kurz „IMP“, für das Gaildorfer Gymnasium einzuführen. Stadtverwaltung und Gemeinderat begrüßten den Vorstoß einhellig. Und so war der Antrag beim Regierungspräsidium auf Einführung von IMP eigentlich nur noch Formsache. Der damaligen kurzen Debatte vorausgegangen war ein positives Signal seitens der Schulkonferenz.

Zweitkleinster Standort

Und nun ist es amtlich: Zum neuen Schuljahr startet an 56 allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg – das entspricht einer Quote von rund 20 Prozent – das neue Profilfach IMP. Unter den 18 Bildungseinrichtungen im Regierungsbezirk Stuttgart, deren Anträge in diesen Tagen positiv beschieden wurden, ist das Schenk-von-Limpurg-Gymnasium. Gaildorf ist damit nach Neckartenzlingen zweitkleinster Schulstandort mit IMP-Profil.

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann gab sich nun gegenüber der Presse optimistisch: „Mit IMP stärken wir die Naturwissenschaften und bereiten die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft vor.“ Schulen, die jetzt IMP einführen, haben zwei Voraussetzungen zu erfüllen: Es müssen dauerhaft mindestens zwölf Schüler den IMP-Unterricht besuchen, auf der anderen Seite muss das Gymnasium sicherstellen, dass es ausreichend Lehrkräfte mit den drei Fachanteilen Informatik, Mathematik und Physik gibt.

Beide Kriterien werden, wie Schulleiterin Angela Rücker dem Gemeinderat damals berichtete, erfüllt. Der Bedarf sei da, das Interesse der Schüler groß. Auch personell sei das Gymnasium gut gerüstet: „Wir haben die Fachexpertise im Haus.“

Auch aus Sicht von Regierungspräsident Wolfgang Reimer setzt das neue Profilfach „ein starkes Signal für ein zukunftsorientiertes Bildungsangebot an den Gymnasien in einer sich wandelnden Lebens- und Berufswelt.“ Auf die Premiere des neuen Unterrichtsfachs, so Reimer, „dürfen alle gespannt sein.“

Kombi „Informatik, Physik & Mathematik“ hilfreich für Berufs- und Studienwahl

Das Profilfach IMP (mit jeweils vier Wochenstunden) beginnt in Klassenstufe 8 und vereint Fachanteile aus Informatik, Mathematik und Physik. In den drei Schuljahren – von Klassenstufe 8 bis 10 – setzen sich die Schüler etwa mit Methoden der Verschlüsselung von Daten auseinander. Einerseits werden die dafür notwendigen mathematischen Grundlagen im Mathematikunterricht behandelt, andererseits einzelne Verschlüsselungsverfahren im Informatikunterricht analysiert. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann erklärt dazu: „Das neue Fach soll eine auf die MINT-Fächer (Anmerkung: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) ausgerichtete Berufs- oder Studienwahl der Abiturientinnen und Abiturienten klar unterstützen.“ In der gymnasialen Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler dann durch eine entsprechende Schwerpunktsetzung bei der Kurswahl im MINT-Bereich an IMP anknüpfen. mk

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