Wir können immer noch weitere Fahrer brauchen“, lautet die knappe Feststellung von Heinz Förstner. Jeder Fahrzeuglenker werde zwei- bis dreimal pro Monat eingesetzt – gegenwärtig versehen 26 Fahrerinnen und Fahrer den ehrenamtlichen Dienst. Als Sprecher des Leitungsteams hat Förstner zum Jahreswechsel einige beachtliche Zahlen parat. So wurden im vergangenen Jahr 524 Fahrten durchgeführt und dabei rund 23.000 Kilometer zurückgelegt. Das sind pro Fahrt durchschnittlich 44 Kilometer. 2018 waren es noch 345 Fahrten und 15.000 Kilometer gewesen. Der Bedarf ist deutlich größer geworden. „Zwischen Oktober und Dezember 2019 waren wir mit 70 Fahrten am Anschlag“, umschreibt Förstner die Entwicklung. Vor allem bei der ärztlichen Versorgung würden strukturelle Veränderungen spürbar. Allein 160 Fahrten seien nach Schwäbisch Gmünd und Mutlangen (Stauferklinik) gegangen. Hinzu kamen 40 ambulante Besuche von Spezialkliniken in Stuttgart.

Gschwend/Oberrot

Solidarisches Denken

Das Team vom Bürgerbüro hofft, dass der drohende Engpass bei den Fahrzeugen nun fürs Erste behoben ist. Dr. Joachim Bläse, Präsident des DRK-Kreisverbands in Schwäbisch Gmünd, versprach bei seinen Grußworten jedoch, beim vierten Auto auf jeden Fall wieder vorbeizukommen. „Der Staat wird es nicht schaffen“, betonte Joachim Bläse die Notwendigkeit solidarischen Denkens in einer sich verändernden Gesellschaft. Solidarität und Zusammenhalt vor Ort seien gefragt. Vor diesem Hintergrund nannte der Präsident des DRK-Kreisverbands in Schwäbisch Gmünd die Spendenbereitschaft von fast 100 Personen und Institutionen ein besonderes Bekenntnis für die örtlichen Strukturen.

Paradebeispiel für Ehrenamt

Bürgermeister Christoph Hald nahm die regionalen Gegebenheiten verstärkt in den Blick. Die Vielzahl von teilweise entlegenen Wohnplätzen in Gschwend würde diesen Fahrdienst besonders erfordern. Er sei ein Paradebeispiel für das Ehrenamt. Außerdem sei die Gemeinde damit lebenswerter geworden. Er dankte Hauptamtsleiterin Elisabeth Wilk für ihre erfolgreiche Koordination zwischen Rathaus und Bürgerbüro.

Bereits im April 2018 hatten die Verantwortlichen einen Spendenaufruf für ein neues Fahrzeug in Erwägung gezogen. Das älteste Fahrzeug der Gschwender DRK-Initiative ist inzwischen 25 Jahre alt und kann wegen seiner mittlerweile problembehafteten Euro-4-Norm nicht mehr in Stuttgart eingesetzt werden.

Das zweite Fahrzeug der Gschwender wird schwerpunktmäßig auch für Rollstuhlfahrten eingeplant. Die jetzt vorgenommene Neuanschaffung stellt deswegen vor allem einen vollwertigen Ersatz für das Fahrzeug von 1995 in der stattlichen Dreifachflotte her. Das älteste Fahrzeug wird im Rahmen des Möglichen jedoch weiter eingesetzt – so die Überlegungen.

Zur Fahrzeugübergabe konnte Heinz Förstner neben Dr. Bläse und Bürgermeister Hald auch DRK-Kreisverbandsgeschäftsführer Steffen Alt aus Schwäbisch Gmünd begrüßen. Die DRK-Ortsgruppe wurde vom Vorsitzenden Thomas Kuhn und seinem Stellvertreter Christopher Mailänder vertreten. Das DRK unterstützt „Bürger für Bürger“ bereits seit 2002 und sorgt auch beim Bürgermobil für die notwendigen Rahmenbedingungen.

Unterstützung erwünscht

Im Foyer der Gemeindehalle fand sich eine große Gruppe von Fahrzeuglenkern und Spendern ein. Der Gedankenaustausch machte deutlich, dass die Ehrenamtlichen ihre Tätigkeit sehr ernst nehmen und sich über weitere Unterstützung beim Fahrdienst freuen.

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