Diskussion Dorfgemeinschaft auf Herbergssuche

Etliche interessierte Bürgerinnen und Bürger Eutendorfs waren in die „Rose“ gekommen, um das Thema Dorfgemeinschaftshaus zu diskutieren und sich zu informieren.
Etliche interessierte Bürgerinnen und Bürger Eutendorfs waren in die „Rose“ gekommen, um das Thema Dorfgemeinschaftshaus zu diskutieren und sich zu informieren. © Foto: Hans Buchhofer
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 15.12.2018
Ein Informationsabend mit lebhafter Diskussion über eine Fülle von Ideen: Eutendorfer Bürgerinnen und Bürger konkretisieren ihren Wunsch nach einem Treffpunkt für Gruppen und Vereine.

Die Vorsitzende des Liederkranzes Eutendorf ist beim Herbstfest von vielen Besuchern auf mögliche Lösungen und Strategien für ein Dorfgemeinschaftshaus in Eutendorf angesprochen worden. Für Elke Weller war dies Anlass, das Thema zum Gegenstand einer öffentlichen Bürgerversammlung zu machen. Gemeinsam mit Eva Mayer, Marlies Grau und Susanne Meyer bereitete sie eine solche Veranstaltung vor.

Vorschläge und Wünsche

Am Donnerstag ging es nun im Saal der „Rose“ zur Sache. Elke Weller stellte aber gleich zu Beginn klar, dass dieses Treffen nichts mit dem Liederkranz Eutendorf zu tun habe. Gleichwohl sei der Verein aber auch an einem solchen Dorfheim interessiert. Die Versammlung solle als „wichtige Plattform für Ideen und Vorschläge“ verstanden werden. Es gelte dabei, die Überlegungen der Stadt mit eigenen Vorschlägen in Einklang zu bringen auf dem Weg zur Entscheidungsfindung.

Mit dem Aufruf, sich mutig zu melden und Vorschläge zu unterbreiten, eröffnete sie die Diskussion, die einen lebhaften Verlauf nehmen sollte. Es ging um mögliche Standorte, eigene Wünsche, die Vorgehensweise, etwaige Trägerschaften, die Mitwirkung der Stadt, die Lärmbelästigung der Anwohner, Eigenleistungen, Finanzierung, rechtliche Aspekte – und vor allem darum, welche Vereine und Gruppierungen daran interessiert sind, ein künftiges Eutendorfer Heim mit Leben zu erfüllen.

Ein Stück Basisdemokratie

Stadtrat Axel Spix wachte über geordnete Wortmeldungen während dieser Zusammenkunft, die sich am Ende als ein Stück Basisdemokratie erweisen sollte. Dass viele Fragen zunächst nicht geklärt werden konnten und nur wenige Beschlüsse zustande kamen, erwies sich nicht als Manko. Denn schließlich war dies die erste umfassende Gelegenheit für die Eutendorfer Bürgerinnen und Bürger, sich in Sachen Dorfheim zu artikulieren.

Über mögliche Standorte seitens der Stadtverwaltung gaben Dr. Daniel Kuhn, persönlicher Referent von Bürgermeister Frank Zimmermann, und Ortsvorsteher Jürgen Jäckel Auskunft. Die Stadt favorisiert demnach zwei Standorte: einmal das Areal des bestehenden Feuerwehrmagazins, das abgerissen werden könnte, wenn die zentrale Feuerwache bezugsfertig ist, und als zweite Möglichkeit das ehemalige Schulhaus, das ohnehin saniert werden muss.

Einige Eutendorfer brachten zwei weitere Standorte ins Spiel: ein Platz beim Dorfbrunnen (anstelle des Sauterschen Stallgebäudes), ein weiterer nahe des Baubetriebshofs. Daniel Kuhn, Jürgen Jäckel und Stadtrat Peter Schaupp machten aber deutlich, dass die Stadt kaum willens sein werde, ein neues Grundstück zu erwerben, wenn sich zwei Flächen bereits in ihrem Besitz befänden.

Der Hohbühl scheidet aus

Einig war sich die versammelte Bürgerschaft aber darin, dass das neue Dorfgemeinschaftshaus in Eutendorf beheimatet sein müsse. Ein früherer Vorschlag, ein solches in der Nähe der Hohbühlschule zu errichten, wurde vom Landratsamt verworfen, weil zwar für die Schule Bestandsschutz bestehe, dort aber keine weiteren Gebäude errichtet werden dürfen.

Wie der Betrieb einer solchen Einrichtung einmal geregelt werden könnte, soll später besprochen werden. Angedacht ist, dass die Räumlichkeiten über die Stadt angemietet werden oder ein Verein die Sache übernimmt. Einig war man sich, dass das Dorfgemeinschaftshaus „für alle da sein muss“, ob es nun Vereine oder private Gruppen nutzen wollen. An Ideen, wie man das Haus später mit Leben erfüllen könnte, mangelte es nicht.

Erstes Stimmungsbild

Wichtig sei nun, so der Tenor, das Projekt in die mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen, sodass das Projekt eventuell in drei Jahren gestemmt werden könnte. Ein entsprechender Antrag an den Ortschaftsrat wurde einstimmig verabschiedet. Eine Test-­Abstimmung über potenzielle Standorte sollte lediglich als Stimmungsbild dienen: Der Standort Feuerwehrmagazin erhielt 25 Stimmen, der Bauhof 21, die alte Schule 18; für den Platz am Dorfbrunnen konnte sich niemand erwärmen.

Wie geht es weiter? Das Protokoll der Sitzung von Susanne Meyer wird im Januar an Bürgermeister Frank Zimmermann übergeben. Im kleinen Kreis sollen die Diskussionsbeiträge weiter ausgefeilt werden. Eine zweite Bürgerversammlung soll folgen.

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