Gaildorf Doppelte Hitzestufe im Häberlen

Mz. Dee mit dem Gitarristen und Bandleader Maurizio Pugno. Foto: Hasenmaier
Mz. Dee mit dem Gitarristen und Bandleader Maurizio Pugno. Foto: Hasenmaier
RAINER HASENMAIER 24.04.2012
Die italienische Bluesband schlechthin und eine Bluesröhre aus Kalifornien bescherten der Kulturschmiede am Samstag ein volles Häberlen.

Am Samstagabend konnten über hundert Zuschauer in der Kulturkneipe Häberlen bei der Kulturschmiede erleben, was passiert, wenn eine der besten Bluesbands Italiens mit einer Vollblutsängerin aus Amerika auftritt. Gitarrist Maurizio Pugno, Schlagzeuger Gio Rossi und Alberto Marsico an der Hammondorgel sind ja schon alte Bekannte, seit sie anlässlich des Regionaltags vor zwei Jahren bei der Kulturschmiede ein Gastspiel gegeben haben. Am Samstag hatten sie noch den brillanten Saxofonspieler Cristiano Arcelli dabei.

Seit zwei Jahren ist die kalifornische Top-Bluessängerin Mz. Dee mit dem "Maurizio Pugno Organ Trio" auf Tournee. DeJuana Logwood, so ihr bürgerlicher Name, begann vor 25 Jahren ihre Musikerkarriere mit traditioneller Gospelmusik. Mit Bluesgrößen wie Johnny Otis und Johnny Nocturne hat sie 14 CDs produziert, auch mit dem "Maurizio Pugno Organ Trio" gibt es eine fantastische CD ("From the Bootland") mit überwiegend eigenen Liedern, die am Samstag auch alle in Gaildorf zu hören waren. Seit ihrer Zusammenarbeit mit der italienischen Top-Bluesband wohnt sie überwiegend in Europa.

Das Publikum konnte sehr schnell die musikalische Qualität der einzelnen Künstler erkennen. Sie glänzten solistisch, wirkten im Zusammenspiel aber immer wie aus einem Guss - und bescherten so den Gästen einen unvergesslichen Konzertabend. Deutliches Zeichen für die Begeisterung waren der wiederholte Zwischenbeifall und der stürmische Applaus nach jedem Lied, ganz zu schweigen von den "Zugaben" gegen Ende des Bluesabends. Regelrecht umjubelt war das Orgelsolo in "Keep your girlfriends away from me"; beifallumrauscht "Id rather go blind" von Bill Foster/Ellington Jordan.

Anklänge an Mz. Dees Gospelzeit wurden in "Thats the way God planned it" von Billy Preston hörbar. Bei dem Liebeslied "Ill love you more than youll ever know" von "Blood, Sweat & Tears" war man an "Ball & chain" von Janis Joplin erinnert - Mz. Dees Stimme geht durch Mark und Bein. Mitreißend auch die Duette, die sich die Sängerin mit Cristiano Arcellis Saxofon, beziehungsweise Alberto Marsicos Hammondorgel lieferte.

Bei der stürmisch herbeigeklatschten Zugabe mit dem Klassiker "Stormy Monday" zeigten die Musiker noch einmal ihre fulminante Klasse - und Arcelli servierte ein nicht enden wollendes Saxofonsolo, das immer wieder von tosendem Beifall unterbrochen wurde. Fazit: Ein überwältigendes Blueserlebnis, das gerne wiederholt werden darf.