Sie müssen viel lesen, die Neuntklässler in Baden-Württemberg, für die gestern die Hauptschulprüfung im Fach Deutsch begann. Die Prüfungsunterlagen bestehen aus mehreren Texten, überwiegend zum Thema Freizeit und Jugend. Sie müssen sie studieren und danach textbezogene Fragen beantworten und sich Gedanken über ausgewählte Aussagen machen. Und zuletzt müssen sie noch einen Brief an den Leiter eines Jugendhauses verfassen.

Ausdauer ist gefordert

Die Aufgaben seien recht umfangreich, sagt Andreas Haller, Leiter der Fichtenberger Grund- und Werkrealschule. Besonders schwer findet er sie nicht: Vor allem Konzentration und Ausdauer seien gefordert, meint er.

13 Neuntklässler haben die erste Prüfung gestern an seiner Schule absolviert, in den nächsten Wochen folgen noch die Prüfungen in den Fächern Englisch und Mathematik.

Die Prüfung findet in einem Klassenzimmer statt; den Gang zur Aula kann man sich bei dieser Klassengröße sparen. Außen im Flur und an der Tür hängen die üblichen Hinweisschilder: „bitte Ruhe“. Und bevor’s losgeht, erklärt Haller nicht nur die Regularien, und worauf bei der Prüfung zu achten ist, sondern verbreitet auch ordentlich gute Laune. Kein Ding: die schaffen das.

Nächste Prüfung in Mathe

Die 13 Fichtenberger Jungen und Mädchen gehören zu den insgesamt 28 600 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen neun und zehn der Haupt- und Werk­realschulen in Baden-Württemberg, die nun ihren Abschluss machen. Hinzu kommen rund 9000 Schülerinnen und Schüler, die öffentliche oder private Gemeinschaftsschulen besuchen.

Heute beginnen auch die schriftlichen Abiturprüfungen. Nur die Realschüler haben das zweifelhafte Vergnügen einer Verschiebung. Weil es Hinweise gibt, dass ihre Prüfungsaufgaben geöffnet wurden, beginnt ihre Prüfung nicht heute, sondern erst am 27. April. Richard Färber