Gaildorf Die tägliche „Sauerei“ rund um den Teich

Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 13.07.2018
Gaildorfer Stadträte sind empört über die zunehmende Vermüllung öffentlicher Plätze und Grünflächen, vor allem rund um den Teich im Schlosspark. Nun soll verstärkt kontrolliert werden.

Günther Kubin ist erbost. Der CDU-Stadtrat spricht von einer „Sauerei“, die er immer wieder rund um den Teich im Gaildorfer Schlosspark wahrnehme. In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses schildert er seine Beobachtungen: Überall sei Müll verstreut. Unbekannte hätten leere Getränkedosen und -flaschen ebenso in den kleinen See geworfen wie Plastik- und anderen Müll. Obwohl nur wenige Meter entfernt ein Mülleimer stehe.

„Das kostet unser Geld“

Auch an manchen Plätzen in der Innenstadt sehe es nicht anders aus. „Wir wollen doch eine schöne Stadt sein“, klagt er, dabei herrschten hier und dort katastrophale Verhältnisse. All diesen Unrat täglich zu beseitigen, „kostet unser Geld“. Kubin rät einmal mehr zu verstärkten Kontrollen.

Bürgermeister Frank Zimmermann kennt die Situation. Das Team des Baubetriebshofs schaue regelmäßig am Teich vorbei und räume den Müll weg. Doch am nächsten Tag biete sich den Mitarbeitern das inzwischen gewohnte Bild. Eine weitere Mülltonne im Park zu installieren, bringe nichts. Der Müll werde trotzdem danebengeworfen.

Der städtische Vollzugsdienst spreche mutmaßliche Müllsünder zwar gezielt an. Offensichtlich aber ohne Erfolg. „Das ist ein gesellschaftliches Problem“, stellt der Rathauschef fest, das gelöst werden müsse. Die Verwaltung werde nun auch versuchen, über die Schulen die jungen Leute zu sensibilisieren.

Unrat an den „Chillplätzen“

„Entsetzt“ reagiert SPD-Stadträtin Christina Schlögl. Allerdings habe sie auch schon andere Szenen gesehen: Gymnasiasten, die mit Zangen und Eimern den Müll aufgelesen hätten. Und doch: „Am nächsten Tag war schon wieder Müll im Teich!“ Dabei werde dieser Teil des Parks gern von Familien als kleines Naherholungsgebiet genutzt.

Keinerlei Verständnis

Deutliche Worte von Axel Spix, Stadtrat der Offenen Liste. Er verweist zunächst auf die Forderung des Jugendreferats, mehr „Chillplätze“ für junge Leute einzurichten. Er habe allerdings keinerlei Verständnis, wenn dann diese Plätze regelrecht vermüllt würden. Ähnlich argumentiert SPD-Ratsmitglied Martin Frey. Wenn er in den Abendstunden in der Stadt unterwegs sei und Jugendliche, die über die Stränge schlagen, anspreche, „dann reagieren die überhaupt nicht“.

Die Stadt will nun die private City-Streife verstärkt einsetzen und patrouillieren lassen– auch und gerade rund um den Schlosspark, „den wir ja eigentlich aufwerten wollen“, wie Bürgermeister Zimmermann energisch ankündigt.

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