Gaildorf / Luca Stettner  Uhr
Bei Cocktails und Musik können Jungwähler ab 16 Jahren am 10. Mai die Gaildorfer Stadtratskandidaten kennenlernen. Alle vier Fraktionen werden vertreten sein. Auch Vereine beteiligen sich.

Die Jugendlichen kommen in Gaildorfs Politik mehr und mehr zu Wort. Das hat sich bereits in den Jugendforen 2018 und 2019 gezeigt. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai bestimmen 16- und 17-Jährige nun zum zweiten Mal nach 2014 mit, wer künftig im Gemeinderat sitzen wird. Als Hilfe bei der Wahlentscheidung haben Jugendliche und junge Erwachsene der Stadt nun die Möglichkeit, die Kandidaten für ein Mandat im Gaildorfer Gemeinderat kennenzulernen. Das Angebot des Jugendreferates nennt sich Kandidatencheck und findet am Freitag, 10. Mai, um 19 Uhr im Kernersaal der Limpurghalle statt. Eingeladen sind alle Gaildorfer „im Alter von 16 bis etwa 27 Jahren“, so Jugendreferentin Pia Dahlinger. Auch die jungen Leute aus Orten wie Eutendorf oder Bröckingen sind angesprochen.

„Das ist etwas völlig Neues“, sagt Dahlinger. „Die Idee ist es, den Stadtratskandidaten eine Fläche zu geben, ihr Fraktionsprofil zu zeigen und die Personen vor den jungen Leuten in Erscheinung treten zu lassen.“ Umgekehrt sollen aber auch die Kandidaten erfahren, was die jungen Leute beschäftigt und was sie von ihnen erwarten.

Die Bewegung „Unsere Zukunft“ will junge Menschen für die Kommunalwahlen begeistern.

Der Abend wird mit einem „Worldcafé“ beginnen. An „Thementischen“ sollen die Besucher mit den Kandidaten ins Gespräch kommen. Für jeden Tisch hat das Jugendreferat einen Moderator organisiert. Die Themen stammen teilweise aus den Jugendforen. So sind Mobilität im ländlichen Raum, Informationsfluss von der Stadt zu den jungen Leuten und Digitalisierung einige der Schwerpunkte. Es wird auch offene Foren geben, an denen die jungen Wähler ihre Ideen einbringen können. Im Anschluss bündeln die Moderatoren die Inhalte der Gespräche zu „standardisierten Fragen“.

Bewerber stellen sich den Fragen

Nach einer Pause stellt Moderator Robin Seitter vom Verein Panopticum Vertretern jeder Liste auf der Bühne die Fragen. Die Antworten dürfen ein Zeitlimit nicht überschreiten. Zum Abschluss erklärt Bürgermeister Frank Zimmermann das Wahlverfahren – auch auf Europa- und Kreistagswahl wird er eingehen.

Die aus dem ersten Jugendforum entstandene Gruppe „Feste & Partys“ unterstützt das Jugendreferat bei der Gestaltung des Rahmenprogramms. Bereits um 18.30 Uhr öffnet der Kernersaal seine Pforten. Den Gästen werden Cocktails angeboten. Der Verein Panopticum aus Stuttgart gestaltet den Abend ebenfalls mit und sorgt für Musik. „Es wird ein jugendlich-frischer Eventcharakter“, sagt Dahlinger.

Hinter schrägen Sprüchen steckt der ernste Wille, kommunalpolitisch eine „wahre“ Alternative zu schaffen.

Viele Vereine beteiligen sich

Die Vorbereitungen für den Kandidatencheck laufen. Dahlinger hat Kontakt mit heimischen Vereinen aufgenommen. So werden unter anderem der TSV Gaildorf, die Stadtkapelle und die City Kirche ihre jungen Mitglieder auf den Kandidatencheck aufmerksam machen. Den digitalen Flyer zur Veranstaltung erhalten auch das Gymnasium und die Realschule. Mit den dortigen Schulsozialarbeiterinnen kooperiert das Jugendreferat.

Insgesamt 63 Bürger bewerben sich auf den Listen von Freien Wählern, CDU, SPD/Aktive Bürger und Offener Liste um einen Platz im Gaildorfer Gemeinderat. Dahlinger hat die vier Fraktionsvorsitzenden angesprochen, der Kandidatencheck stoße auf „großes Interesse“. Für prinzipiell alle Kandidaten offen ist das „Worldcafé“. Bei der Fragerunde auf der Bühne sollen etwa zwei bis drei Bewerber jeder Fraktion teilnehmen. Welche das sind, entscheiden die Fraktionen. Dahlingers Eindruck: „In Gaildorf wollen die Stadtratskandidaten wirklich mit den jungen Leuten ins Gespräch kommen.“

Das könnte dich auch interessieren:

Drei neue Listen treten am 26. Mai für Plätze im Gemeinderat Schwäbisch Hall an. Damiana Koch und Peter Aichelin kandidieren auf der Bunten Liste und beziehen Stellung.