Die Geschichte der Hmong und der geheime Krieg der USA in Laos

IE/RS 04.01.2014

Wenn es einen Gott der schlechten Laune gibt, dann muss er aussehen wie Clint Eastwood als Walt Kowalski in dem Film "Gran Torino". Mit versteinerter Miene beobachtet der Detroiter Kriegs-und Ford-Veteran seine neuen Nachbarn, spuckt aus und knurrt ein böses Wort: "Dschungelratten".

Später, als man sich dann doch näher gekommen ist, lernt er, dass Vorurteile nicht nur blöd sind, sondern auch grottenfalsch sein können. Von wegen Dschungel: "Wir sind ein Bergvolk", erklärt ihm Sue, die Tochter der Hmong-Familie.

Die Geschichte der Hmong erfuhren Ingo Ehret und seine Begleiter Sophie Sander, als sie in Laos unterwegs waren: Im Vietnamkrieg benutzten die Vietnamesen den Ho-Chi-Minh-Pfad, der auch durch Laos führt, als miltärischen Nachschub für den Vietkong. In einer geheimen Aktion der CIA wurden 30 000 Guerillakämpfer vom Volksstamm der Hmong rekrutiert und ausgebildet.

Die Hmong kämpften auf der Seite der Amerikaner gegen die kommunistische Bewegung in Laos (die Pathet Lao) und gegen nordvietnamesische Truppen. In Long Cheng mitten im Dschungel, legten die USA eine geheime Basis an, die Ende der 1960er Jahre zur zweitgrößten Stadt in Laos anwuchs.

Zwischen 1964 und 1973 flogen die Bomber der US-Airforce alle acht Minuten einen Angriff und warfen insgesamt 2,1 Millionen Tonnen Bomben ab.

Laos ist das Land, in dem pro Kopf die meisten Bomben gefallen sind. Es wurden mehr Bomben als im 2. Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen abgeworfen. Noch heute liegen Millionen von Blindgängern im Boden und Jahr für Jahr gibt es Verletzte und Tote.

Erstmals im Jahre 2012 investierten die USA neun Millionen Dollar zur Räumung von Blindgängern. Der Kampfmittelräumdienst in Laos ist einer der größten Arbeitgeber im Land.

Nach dem Krieg wurden die Hmong von den Amerikanern fallen gelassen und von der kommunistischen laotischen Regierung unterdrückt und verfolgt. Sie zogen sich in den Dschungel und die Berge zurück. Viele starben an Krankheit oder Hunger. Als sich 2008 bei Long Cheng eine Gruppe von Hmong ergeben wollte, wurde sie von der laotischen Armee niedergeschossen.

An den Ufern des Mekong
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel