Kfz-Handel Die ganze Palette auf einen Blick

Hingucker: Das Obersontheimer Autohaus Sing präsentiert den Mazda MX-5 RF.
Hingucker: Das Obersontheimer Autohaus Sing präsentiert den Mazda MX-5 RF. © Foto: Richard Färber
Gaildorf / Richard Färber 16.04.2018

Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren: Luca Tischler ist mit seinen 20 Jahren noch recht jung, hat aber bereits fünf verschiedene Autos besessen. Ein Auto kaufen,  ein Weilchen damit fahren, es dann möglichst ohne Verlust weiterverkaufen, das nächste testen – das ist seine Vorgehensweise auf der Suche nach dem idealen Gefährt.

Vielleicht ist’s ja der Scirocco, den das Autohaus Koch zum 4. Auto- & Zweiradfrühling auf das Hallengelände gestellt hat. „Ein Jahreswagen“, sagt er nach einem Blick auf die Reifen und auf den Preis. Er setzt sich rein, lehnt sich zurück, legt die Hände aufs Lenkrad, guckt. „Eigentlich schon interessant“, sagt er, grinst und schlendert weiter.

Es gib ja auch Auswahl. Mehr als 100 Fahrzeuge, die neuesten Fabrikate, aktuelle Modelle und Jahreswagen, zeigen die neun am Gaildorfer Auto- und Zweiradfrühling beteiligten Autohäuser und ein Motorradhändler. Die Bewirtung hat wieder das TSV-Vereinsheim übernommen und am Sonntagnachmittag gibt’s zusätzlich ein Sportprogramm: der TSV kickt gegen Westheim.

Eine solche Fahrzeugschau gab’s früher schon einmal, sie wurde aber eingestellt. Vor vier Jahren, nachdem das Haller Autohaus Koch das Gaildorfer BAG-
Autohaus übernommen hatte, wurde die Idee wieder aufgegriffen. Man wolle den Leuten im Limpurger Land einen möglichst kompletten Überblick über das aktuelle Angebot geben, sagt Lutz Härterich von der Koch-Geschäftsleitung, der für die Veranstaltergemeinschaft die Organisation übernommen hat. Mittlerweile ist die Fahrzeugschau auch eine feste Größe: das Einzugsgebiet umfasst das ganze Limpurger Land, auch Besucher aus Murrhardt und Abtsgmünd werden gesichtet.

E-Autos aktuell ausverkauft

Alle aktuellen Trends kann man freilich nicht abbilden. Fahrräder gibt’s heuer gar nicht zu sehen – die Fahrradhändler seien durch Messen und andere Präsentationen gebunden, erklärt Härterich. Und bei den E-Fahrzeugen hat der Markt ins Angebot gegrätscht: Koch zeigt einen Audi A3-Etron, und das war’s. Und sonst? „Alle ausverkauft“.

E-Autos würden im Limpurger Land eigentlich ohnehin kaum nachgefragt, sagt Josef Reißner vom gleichnamigen Ford-Autohaus in Unterrot, die Leute könnten sich vermutlich allenfalls für Hybrid-Fahrzeuge erwärmen. Die Besucher des Auto- und Zweiradfrühlings interessierten sich aber vor allem für die sogenannten SUVs: Geländegängig und straßentauglich zugleich, man sitzt hoch und muss sich nicht so sehr bücken, wenn man was in den Kofferraum legen will. Komfortabel sind sie auch.

Diesel hingegen würden kaum nachgefragt, sagt Reißner. Die Leute seien extrem verunsichert, bestätigt Jürgen Schenk vom Opel-Händler Hagelloch Automobile. „Der Diesel hat ein Imageproblem“, findet auch Lutz Härterich, dabei sei er „besser denn je“.

Die Leute kommen bewusst

Etliche Verkäufe direkt vom Platz, einige mündliche Kaufzusagen, sicher vereinbarte Beratungstermine – die Aussteller zeigen sich zufrieden. Die „klassischen Bummler“ fehlen ein wenig, stellt Lutz Härterich fest, aber das sei in Gaildorf immer so und auch nicht generell schlecht: die Leute kommen bewusst, es gibt kein Gedränge, konzentrierte Gespräche sind möglich.

Ästhetik spielt natürlich auch eine Rolle beim Autokauf. Gleich am Eingang zum Hallengelände steht sozusagen als Blickfang ein nagelneuer T-Roc, frisch poliert, die Türen einladend geöffnet. Die Gaildorfer VHS-Chefin Angelika Meixner – „unser Auto ist schon 20 Jahre alt“ – setzt sich probeweise rein, fühlt sich aber nicht so recht wohl: „Zu hoch“, sagt sie zu ihrem Mann, der neben dem Fahrzeug stehen geblieben ist. Manfred Meixner guckt trotzdem ziemlich angetan: „Ich tät ihn gleich nehmen.“