Gaildorf Weg zum Baugebiet ist sehr schwierig

Gaildorf / kmo 16.07.2018
Eine Familie möchte am Ortsrand von Münster bauen. Die Stadt Gaildorf äußert Verständnis, sieht jedoch große Probleme bei der Erschließung.

Wo ein Wille ist, ist dem alten geflügelten Wort zufolge zwar oft ein Weg – auch in der Kommunalpolitik. Aber im Fall des von einer Familie beabsichtigen Neubaus im Gaildorfer Teilort Münster ist dieser Weg – nämlich die Hirtengasse – das Problem: Das Grundstück am Ortsrand, das im Außenbereich liegt, wäre nach Ansicht des Technischen Ausschusses im Gemeinderat unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum zu erschließen.

Und so mündete die eingehende Beratung während der jüngsten Sitzung des Gremiums buchstäblich in einer Sackgasse. Zunächst jedenfalls. Denn einfach vom Tisch wischen wollten Bürgermeister Frank Zimmermann und die Stadträte des Ausschusses diese Bauvoranfrage nicht. Vielmehr soll nun die Baurechtsbehörde beim Haller Landratsamt gehört werden.

Und darum geht es: Ein Bauherr möchte gerne auf einem als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesenen Grundstück ein Einfamilienhaus mit Garage errichten. Über eine Anfrage will er nun geklärt wissen, ob sich hier – zur „Ortsrand-Arrondierung“ – aus baurechtlicher Sicht der Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen ließe.

Beengte Verhältnisse

Grundsätzlich sei dies nur dann möglich, wenn der Bauherr mit Blick auf landwirtschaftliche Belange „privilegiert“ sei, gab Rathauschef Zimmermann zu bedenken. Man könne auch darüber nachdenken, ob mehrere Baumöglichkeiten geschaffen und dann das Ganze über eine Abrundungssatzung rechtlich auf den Weg gebracht werden könnte. Wobei sämtliche Grundstücke in Privateigentum stünden.

Gleichwohl sieht Zimmermann ein großes Problem: Würde man sich auf diese Lösung verständigen, ließe sich das kleine Baugebiet – das für junge Familien sicher gut geeignet sei – nur unter größten Schwierigkeiten erschließen. Die Straßenverhältnisse dort seien sehr beengt. Der Bürgermeister erinnerte dabei an die Situation in der Kernstadt und im Teilort Unterrot: Auch hier gelte, dass man zuerst im Innenbereich die Baulücken schließen müsse, bevor es an die Ausweisung neuer Baugebiete gehe.

FWV-Stadtrat Frank Stettner befürchtet nach der Vorstellung der Anfrage durch Bauamtsleiterin Lea Hoffmann Konflikte, die hier geschaffen werden könnten. Und für FWV-Fraktionschef Heinrich Reh wäre ein „Ja“ auf die Anfrage der Einstieg in die Erschließung weiterer Flächen. Auch er verwies auf die „miserable Verkehrserschließung“, die sich durch Neubauten weiter verschlechtern würde.

Die Bedürfnisse bauwilliger Bürger beachten und eine Arrondierung versuchen – dazu riet CDU-Ratsmitglied Rainer Baumann. Zunächst müsse aber – was auch Ratsmitglied Axel Spix (Offene Liste) so sieht – das Landratsamt gehört werden. Der Ausschuss könne nicht grundsätzlich „nein“ sagen, „wir sollten den Leuten die Möglichkeit geben, sich in Gaildorf wohlzufühlen“.

„Schnellstmöglich“ klären

Einig ist sich der Ausschuss, dass hier nicht über ein einzelnes Bauvorhaben, sondern generell über die dortige Situation gesprochen werden müsse – besonders über die Frage: Ist eine sinnvolle Erschließung der Grundstücke überhaupt möglich?

Geschlossen sprach sich das Gremium dafür aus, die weitere Beratung zu vertagen. Die Verwaltung wurde beauftragt, „schnellstmöglich“ zu klären, ob eine Arrondierung in diesem Teil von Münster möglich wäre.

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