IG Kunst Der Wettbewerb verschwindet, die Förderung soll bleiben

Gaildorf / Jochen Höneß 19.03.2018

Ihr seid heute die Hauptpersonen!“ Manfred Schwarz blickt vom Rednerpult auf und schaut auf die Stuhlreihen im Wurmbrandsaal, in denen längst nicht jeder Platz besetzt ist. 50 Arbeiten wurden für den Schülerkunstpreis eingereicht, 20 von ihnen von der IG Kunst ausgewählt. Doch nur gut ein Dutzend Schülerinnen und Schüler ist an diesem Sonntagvormittag zur Preisverleihung und Vernissage ins Alte Schloss gekommen. „Ein paar mehr hätten es schon sein dürfen“, bringt es der IG-Kunst-Vorstand auf den Punkt.

Damit bestätigt sich für die IG das, was bereits bei ihrer Mitgliederversammlung im Vormonat thematisiert wurde: Das Interesse an dem Wettbewerb, der 2001 erstmals ausgerichtet wurde, lässt nach. Die Folge: Im kommenden Jahr wird es keinen Schülerkunstpreis mehr geben, zumal auch die Entwicklung der Mitgliederzahl dem zu betreibenden Aufwand entgegenlaufe, wie Schwarz erläutert.

Dabei ist das, was seit gestern in der Galerie im Alten Schloss zu sehen ist, absolut sehenswert. Mit dem Thema „Wasser“ haben sich Schülerinnen und Schüler des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums, der Schloss-Realschule, der Parkschule und der Peter-Härtling-Schule künstlerisch auseinandergesetzt. Die Ergebnisse reichen von Linoldrucken über Skulpturen aus Styropor bis hin zu künstlerischer Fotografie. Der Katalog der 2016er-Würth-Schau „Wasser, Wolken, Wind.“ in Schwäbisch Hall diente als Inspiration.

Individuelles Talent beim Kunst-Nachwuchs fördern und die heimischen Schulen darin unterstützen, entsprechende Angebote im Unterrichtsalltag vorzuhalten ­– das sind zwei der Ansinnen, die die IG Kunst mit ihrem Preis verfolgt. Alljährlich gibt es dazu auch eine Zuwendung der Hans-Kupczyk-Stiftung in Höhe von 1000 Euro.

Wenn nun der Schülerkunstpreis nicht mehr ausgelobt wird, soll das Stiftungsgeld dennoch weiter in Anspruch genommen werden. „Wir wollen gemeinsam mit den Schulen überlegen, wie die Förderung künftig gestaltet werden kann“, so Schwarz. Da komme es auch darauf an, inwieweit die Schulen auch künftig bereit seien, mit der IG Kunst zusammenzuarbeiten.

Bücher aus der Welt der Kunst, Osiander-Gutscheine, Urkunden: Die anwesenden Schülerinnen und Schüler freuen sich über die Auszeichnungen und die damit verbundenen Preise. Bei den        Verantwortlichen der Interessengemeinschaft und den beteiligten Lehrern schwingt hingegen auch Wehmut mit. Mit der Vernissage wurde am Sonntag das letzte Kapitel einer 17-jährigen Geschichte aufgeschlagen.

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