Gaildorf Die neue Wache nimmt Gestalt an

So wird sich die künftige zentrale Feuerwache Gaildorfs von der Bahnhofstraße aus präsentieren.
So wird sich die künftige zentrale Feuerwache Gaildorfs von der Bahnhofstraße aus präsentieren. © Foto: Grafik: Architekturbüro Kraft & Kraft
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 03.07.2018
Gaildorfs Gemeinderat stimmt der Entwurfsplanung für das zentrale Feuerwehrmagazin in der Bahnhofstraße zu. Um- und Anbau kosten 3 Millionen Euro.

Viel Arbeit war nötig, um in den vergangenen Jahren den Brandschutzbedarfsplan für die Stadt Gaildorf zu erarbeiten und laufend fortzuschreiben. Es gab heftige Debatten, hinter den Kulissen bisweilen auch emotionsgeladenes Gezänk. Das ist Geschichte. Inzwischen sind aus vier Abteilungen der freiwilligen Feuerwehr zwei geworden, in den kommenden Jahren wird es dann nur noch eine geben.

„Funktional dargestellt“

Die soll dann in einer zentralen Feuerwache in der Kernstadt konzentriert werden. Dazu bedarf es eines Umbaus und einer Erweiterung des Magazins in der Bahnhofstraße. Der Gemeinderat segnete in seiner jüngsten Sitzung die Entwurfsplanung des Haller Architekturbüros Kraft & Kraft ab und beauftragte die Verwaltung, das Bauantragsverfahren einzuleiten. Die Beschlüsse wurden mit großer Mehrheit gefasst, Bernhard Geißler, Sprecher der Offenen Liste, stimmte dagegen.

Zuvor hatte Architekt Lorenz Kraft seinen Entwurf kompakt erläutert. Eingehende Untersuchungen hätten ergeben: Sämtliche Anforderungen an eine Feuerwehr könnten am bisherigen Standort, „funktional dargestellt werden“. Bei der Planung habe sein Büro das Ganze immer wieder auf die Belange der Feuerwehr hin abgeklopft und „mehrmals fortgeschrieben“.

Augenfällige Veränderung: Das „Tonnendach“ wird verschwinden, das Bauwerk insgesamt etwas höher ausfallen. Die Nutzfläche des Magazins, derzeit etwas mehr als 630 Quadratmeter, wird durch Neubauten um fast 860 Quadratmeter erweitert. Somit wird der Gesamtwehr eine Fläche von fast 1500 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Sämtliche Fahrzeuge des durch die Zusammenlegung der Abteilungen leicht abgespeckten Fuhrparks finden Platz. Sollten doch weitere Fahrzeuge nötig sein, ließen sich laut Lorenz Kraft problemlos zusätzliche Boxen andocken.

Maßgeblich beteiligt an der Konzeption war der Gesamtausschuss der Feuerwehr. In mehreren Gesprächsrunden konnte dabei die zukunftsträchtige Planung „weiter verfeinert“ werden, wie es in einem Arbeitspapier der Stadtverwaltung zur jüngsten Ratssitzung anerkennend heißt. Inzwischen ist dem Vernehmen nach auch der für das Projekt nötige Grunderwerb in trockenen Tüchern.

Nun warte man gespannt auf die Zuschussbescheide, wie Bürgermeister Frank Zimmermann den Stand der Dinge auf den Punkt brachte. Damit meinte er Mittel aus der Fachförderung und dem Ausgleichsstock, die sich laut Kalkulation auf rund eine Million Euro summieren müssten. Danach hätte die Stadt einen Betrag aus Eigenmitteln und Krediten in Höhe von etwas mehr als zwei Millionen Euro zu schultern. Insgesamt sollen die Baumaßnahmen, einschließlich nötiger Abbrucharbeiten, etwa drei Millionen Euro kosten.

„Vollstes Vertrauen“

Rathauschef Zimmermann lobte die „schlüssige bauliche Konzeption“, die „auch von außen was hermacht“. Gleichzeitig dankte er den beteiligten Kräften der Feuerwehr und dem Team von Architekt Kraft, und er würdigte das Mitwirken von Heinrich Reh, Vorsitzender der FWV-Fraktion. Dessen Fraktionskollege Frank Stettner hätte gerne mehr über die Reaktion der Feuerwehr auf die Planung erfahren. Gleichwohl bekannte er „vollstes Vertrauen in unsere Feuerwehrleute und deren Sachverstand“.

Bedenken von SPD-Stadtrat Martin Frey, die Übungsflächen am Türmchen des Gebäudes könnten zu knapp bemessen sein, zerstreute Architekt Kraft. Die Norm sei erfüllt und mit der Feuerwehr sei das bereits abgesprochen.

Erleichtert, „dass wir das heute beschließen“, äußerte sich CDU-Fraktionschef Matthias Rebel. Den Standort der zentralen Wache erachte die Fraktion als alternativlos. Eine Konzentration auf denselben berge auch Einsparpotenzial in sich.

„Nicht verantwortbar“

All dem widersprach Bernhard Geißler: Diese millionenschwere Investition sei „nicht verantwortbar“. Ebenso wird aus seiner Sicht die Schlagkraft der Wehr nicht erhöht, wie in der vorangegangenen Sitzung dargestellt. Dabei kritisierte er die „um zwei Minuten angepassten Eintreffzeiten“. Gleichwohl habe der Ausschuss gut gearbeitet. Wenn auch „die demokratische Basis in der Abteilung sehr schmal“ sei.

„Aber hier sitzt doch die Basis“, entfuhr es Geißlers Fraktionskollege Axel Spix unter Hinweis auf die starke Präsenz der Wehr in der Sitzung. Und der Bürgermeister widersprach Vermutungen, der Brandschutzbedarfsplan sei „an der Basis vorbei“ geplant worden. SPD-Fraktionsvorsitzende Margarete John wies Geißlers Kritik ebenfalls zurück: Es sei „populistisch, hier wieder ein Fass aufzumachen“. Das Thema sei „wirklich ausreichend besprochen“ worden.

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