Ein echter Ritterschlag durch den Schwäbischen Heimatbund: Der Schwäbische Wald ist für den Zeitraum 2015/ 2016 "Kulturlandschaft des Jahres". Mit dieser Auszeichnung sollen "Vielfalt, Schönheit und Eigenart einer enger umrissenen Landschaft hervorgehoben, ins Blickfeld einer breiteren Allgemeinheit gerückt und für ihre Bewahrung, Pflege und schonende künftige Entwicklung geworben werden," wie es der Heimatbund formuliert.

Denn "gerade angesichts der Globalisierung und Dynamisierung unserer Zeit" sei es "erstrebenswert, wenn man sein näheres Lebensumfeld nicht nur als austauschbaren Aufenthaltsort ansieht, sondern als vertrauten heimatlichen Bereich, mit dem man sich verbunden fühlt und bereit ist, sich für dessen Erhalt einzusetzen".

Die 21 beteiligten Kommunen des Schwäbischen Waldes - inzwischen die vierte "Kulturlandschaft des Jahres" - haben in der ersten Hälfte des Aktionszeitraums mit vielen Veranstaltungen in positiver Weise von sich reden gemacht. Eines der herausragenden Ereignisse war das Historienspektakel, mit dem im August an den Umzug des legendären Dichters und Arztes Justinus Kerner von Welzheim nach Gaildorf anno 1815 gedacht wurde. Tausende von Menschen säumten damals die Straßen. "Ich bin einfach überwältigt", kommentierte Naturparkführerin Michaela Köhler die unerwartet große Resonanz auf das Ereignis mitten in den Sommerferien.

Nun geht es in die zweite Runde, die im Oktober abgeschlossen wird - mit einem großen Finale in Gschwend. Bis dahin hat das Veranstaltungsteam 38 zum Teil hochkarätige Programmpunkte auf Lager - vom Kräuterspaziergang über kulinarische Genüsse bis hin zu spannenden Führungen und Vorträgen. Unter dem Motto "Vom Mühlenzauber und schattigen Eichen" geht es am 13. März rund um Kirchenkirnberg. Gespickt mit Geschichten aus längst vergangenen Tagen ist die Führung auf dem Gaildorfer Kulturweg am 25. März. Am 10. April lockt das Natur-Erlebniscamp nach Wüstenrot. Michaela Köhler wird am 24. April gemeinsam mit dem Team vom Hofgut Kieselberg eine literarische Wanderung und Lesung anbieten. Anlass ist der 230. Geburtstag Justinus Kerners, dessen Ururururenkelin sie ist.

Ein weiterer Höhepunkt ist dem Ausrichter des Veranstaltungsreigens selber gewidmet: Die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald - die sich im Gegensatz zum Naturparkverein mit Ausnahme von Gschwend (Ostalbkreis) und Mainhardt (Landkreis Schwäbisch Hall) auf den Rems-Murr-Kreis beschränkt - kommt ins Schwabenalter. Dazu wird im Rahmen der Saisoneröffnung am 29. Mai in Murrhardt-Murrhärle eine nicht alltägliche "Open-Air-Landschaftsausstellung" eröffnet.

Märkte, "Mordstour" und Mühlen-Marathon

Nicht fehlen dürfen im Programm auch die beliebten Naturparkmärkte, die heuer zur 1200-Jahr-Feier in Fichtenberg (12. Juni) sowie in Oppenweiler (10. Juli), Gaildorf (11. September) und Murrhardt (2. Oktober) Direktvermarktern die Gelegenheit bieten, regionale Produkte anzubieten. Und dass es auch Laune machen kann, rund um die Uhr im Schwäbischen Wald unterwegs zu sein, wollen die Naturparkführer Walter Hieber und Prof. Dr. Manfred Krautter während einer 80 Kilometer langen 24-Stunden-Wanderung rund um Fichtenberg demonstrieren. "Schlaflos im Schwäbischen Wald" heißt es also am 10. und 11. Juni. Die beiden Wandersleut' freuen sich auf interessierte Mitwanderer.

Mordsmäßig spannend wird es am 10. Juli: Krimiautor Jürgen Seibold nimmt seine Gäste mit auf eine spannende literarische "Mordstour" zu einem der Tatorte seines Schaffens: Es geht zum Wetzsteinstollen, der in Seibolds bekanntem Gaildorf-Krimi eine wichtige Rolle spielt. Weitere Publikumsmagnete werden sein das Gaildorfer Floßfest vom 15. bis 17. Juli, der "Tag des Schwäbischen Waldes" oder der Mühlen-Wander-Marathon, beides am 18. September.

Info Ein Flyer informiert über den zweiten Teil der außergewöhnlichen Reihe mit ihren insgesamt 38 Veranstaltungen. Das Programm ist in den Rathäusern aller beteiligten Kommunen der Kulturlandschaft, in den Tourist-Informationen, dem Naturparkzentrum in Murrhardt und im Landratsamt Rems-Murr-Kreis erhältlich. Viele weitere Veranstaltungen und Informationen finden sich auf der Internetseite www.kulturlandschaft-des-jahres.de.
 

Die Kulturlandschaften seit 2009

Das Projekt Seit dem Jubiläumsjahr 2009 kürt der Schwäbische Heimatbund für die Dauer von jeweils zwei Jahren eine "Kulturlandschaft des Jahres" im ehemals württembergischen Landesteil. Die bisherigen Kulturlandschaften waren bzw. sind:

2009/2010: Stromberg-Heuchelberg-Zabergäu

2011/2012: Ostalb mit Albuch, Härtsfeld, Lonetal

2013/2014: Das Württembergische Allgäu

2015/2016: Schwäbischer Wald