Auch die deutsche Post kann sich mal vertippen. Das letzte Mal ist das Ende des vergangenen Jahres bei der Sondermarke „Weihnachtskugel“ geschehen. Die 70-Cent-Marke mit Weihnachtsgrüßen in neun Sprachen wurde kurz vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 2. November zurückgezogen, weil sich drei Rechtschreibfehler eingeschlichen hatten: Das dänische „jul“ war versehentlich  groß geschrieben worden, und aus dem niederländischen „kerstfeest“ war ein „Kerstfest“ geworden.

Am 30. November kam dann die korrigierte Version in den Handel. Mit dem Rückruf aber hat’s nicht so recht geklappt, weshalb die Philatelisten jetzt völlig aus dem Häuschen sind und ihr Altpapier nach der Weihnachtspost vom letzten Jahr durchwühlen. Es seien nämlich, teilt der Briefmarkensammlerverein Gaildorf mit, zwei der „unverausgabten“ Marken in der Briefpost entdeckt worden. Zumindest einige der fehlerhaften Marken sind also in Umlauf gekommen.

Solche Marken sind nicht nur rar, sondern auch wertvoll. Eine der besagten Sondermarken, berichtet der Verein, sei auf Ebay für 1187 Euro versteigert worden. Und möglicherweise ist da auch noch Luft nach oben: Die letzte unverausgabte Marke Deutschlands, die 2001 erschienene „Audrey Hepburn“ brachte auf Auktionen bis zu 130.000 Euro.  Ob dies auch bei der „Weihnachtskugel“ so kommen wird, hänge von der Nachfrage und der Anzahl der auf dem Markt befindlichen Exemplare ab. Die Schatzsuche ist also eröffnet.