Fichtenberg / Richard Färber  Uhr
Der Fichtenberger Gemeinderat erhöht den Preis fürs Trinkwasser. Die Wasserverluste sind 2018 trotz einer Rekordzahl von Rohrbrüchen deutlich zurückgegangen.

Wasser wird teurer in Fichtenberg. Der Gemeinderat hat am vergangenen Freitag die Verbrauchsgebühren von 2,60 auf 2,90 Euro pro Kubikmeter erhöht und die Wasserversorgungssatzung entsprechend geändert.

Auch die Abwassersatzung wurde angepasst. Die Schmutzwassergebühr steigt von 2,35 auf 2,80 Euro pro Kubikmeter, Die Niederschlagswassergebühr wird von 0,27 auf 0,30 Euro erhöht. Beide Änderungen gelten rückwirkend ab dem 1. Januar 2019.

Ausgleich über fünf Jahre

Die Verwaltung kalkuliert mit einem jährlichen Wasserbrauch von 118.500 Kubikmeter. Die Kosten, die dafür anfallen, liegen bei etwa 370.000 Euro. Dazu gehören alle möglichen Aufwendungen, aber auch der Bezug von Fremdwasser: Für das Wasser der Nordostwasserversorgung werden im Schnitt 95.000 Euro pro Jahr fällig. Einnahmen in Höhe von zirka 60.000 Euro abgezogen ergibt sich ein durchschnittlicher Gebührenbedarf von knapp 310.000 Euro. Auf die Verbraucher umgelegt und einen kalkulatorischen Zinssatz von vier Prozent eingerechnet würde dies eine Gebührenobergrenze von 2,62 Euro pro Kubikmeter ergeben.

Das reicht allerdings nicht aus, weil auch die Kostenüber- und Kostenunterdeckungen der letzten fünf Jahre mit einkalkuliert werden müssen.  Sie summieren sich seit 2014 auf rund 168.000 Euro. Die höchste Unterdeckung ergab sich mit rund 78.000 Euro im Jahr 2015, die niedrigste mit 9425 Euro im letzten Jahr. Die kommunale Wasserversorgung und auch Abwasserbetriebe dürfen keinen Gewinn und sollten keine Verluste machen.

Das Gschwender Gremium beschäftigt sich mit einem großen Investitionsprogramm.

Ein gewichtiger Kostenfaktor ist dabei der Wasserverlust. Er lag im vergangenen Jahr bei 9307 Kubikmeter beziehungsweise 6,4 Prozent. Im Vorjahr 2017 waren es fast 20.000 Kubikmeter beziehungsweise 15,43 Prozent. Dabei hatte der Bauhof im Jahr 2018 deutlich mehr zu tun als im Jahr zuvor. 29 Rohrbrüche sind in der Verwaltungsunterlage aufgelistet, 18 davon musste die Gemeinde auf eigene Kosten flicken. 2017 mussten lediglich 18 Rohrbrüche repariert werden, für acht gab’s einen Kostenersatz.

In der Rohrbruch-Statisik zeige sich die große Leistungsfährigkeit des Bauhofs, lobte Bürgermeister Roland Miola am Freitag im Gemeinderat. Die Reparaturkosten lagen übrigens mit rund 22.000 Euro in 2018 fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Der Bauhof war 1600 Stunden im Einsatz; 2017 waren es 900 Stunden.

In dem vergangenen Haushaltsjahr wurden mehr als 1,6 Millionen Euro in die Rücklage gespült.

Verrechnung nicht mehr möglich

Beim Abwasser sieht die Rechnung ähnlich aus. Aus der Verrechnung von Ausgaben und Einnahmen ergibt sich ein durchschnittlicher Gebührenbedarf in Höhe von etwa 380.000 Euro. Hinzu kommmen die Kostenunter- und -überdeckungen der letzten fünf Jahre in Höhe von zusammen  knapp 70.000 Euro. Die Abwassermenge, die jährlich in die Gemeinschaftskläranlage Rottal geleitet wird, beläuft sich auf durchschnittlich 103.000 Kubikmeter, aufgeteilt in Schmutzwasser (74,3 Prozent) und  Niederschlagswasser.

Das Defizit hat sich übrigens erhöht, weil die einst übliche Verrechnung mit dem Vermögenshauhalt nicht mehr erlaubt ist.  Mit etwa 25.000 Euro dürfte der Betrag auch deutlich über dem Verrechnungsgewinn liegen, der durch die Verleihung von Kläranlagen-Anteilen an die Nachbargemeinde Oberrot entsteht (wir haben berichtet).

Das Glücksgefühl, das er gehabt habe, als im Oktober die Übertragung an Oberrot beschlossen wurde, könne er jetzt wohl wieder vergessen, juxte Horst Kleinknecht.  „Sei doch froh, dass du’s überhaupt gehabt hast“, juxte der Schultes zurück.

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