Gschwend Der Alltag erhält einen Tupfer Farbe

Viele Möbel wurden aufwendig gestaltet.
Viele Möbel wurden aufwendig gestaltet. © Foto: Museum
Gschwend / 31.07.2018
Im Heimatmuseum in Horlachen sind derzeit prächtige Bauernmöbel zu sehen.

 Hatten die Kriege des 17. Jahrhunderts die Landbevölkerung stark dezimiert und in breiten Schichten große Not hervorgerufen, verbesserte sich im 18. Jahrhundert die Lage. Das soziale und kulturelle Eigenverständnis, vor allem der mittleren und größeren Bauern, veränderte auch die konservativen Strukturen der gesamten Landbevölkerung. Das bescheidene Mobiliar wurde etwas größer und man orientierte sich bei den wenigen Möbelstücken, die man hatte, an den Vorbildern aus den wohlhabenderen Schichten. Es zog Farbe ins ländliche Haus ein.

Passend dazu zeigt das Heimatmuseum in Horlachen derzeit bemalte Möbel des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem Gschwender Raum und dem Schwäbischen Wald.

Die Bemalung der Möbel  entsprang dem Können und der Handschrift des jeweiligen Dorfschreiners. Sicher hatte dabei die Farbenpracht zum Beispiel des Barocks  eine Vorbildfunktion.

Verbreitung im Land

Durch die damals obligatorische Wanderschaft der Gesellen breiteten sich dann auch einzelne Motive aus. In den ehemals eher tristen Wohnräumen veränderten die gemalten  Blumen, Ranken und Früchte die Atmosphäre. Beispiele dieser Malkunst an Schränken und Truhen sind in der Sommerausstellung in Horlachen zu sehen. In der Dauerausstellung des Museums wird an das ländliche Leben des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert.

Im Museumscafé bietet der Kindergarten aus Kirchenkirnberg darüber hinaus zu  Getränken wieder schmackhaften Kuchen an. Den Museumsbesuch kann man sehr gut auch mit einem Spaziergang zum Hagbergturm verbinden, empfehlen die Mitglieder des Museumsvereins.

Info

Das Heimatmuseum im Gschwender Ortsteil Horlachen ist am Sonntag, 5. August, von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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