Kino DDR-Nostalgie mit Käseigel und Ananasbowle

Jörg Schüttauf als echter oder falscher Honecker in einer Szene des Films „Vorwärts immer“. Er läuft in der Doppelfilmnacht.
Jörg Schüttauf als echter oder falscher Honecker in einer Szene des Films „Vorwärts immer“. Er läuft in der Doppelfilmnacht. © Foto: DCM
Gaildorf / Margarete John 13.04.2018

Mit den beiden deutschen Komödien „Vorwärts immer“ und „Kundschafter des Friedens“ und einem dazu passenden kulinarischen Pausensnack lebt im Gaildorfer Kinosaal – für Ossis und Wessis gleichermaßen spannend und witzig – die DDR-Nostalgie in vollen Zügen auf. Wie besonders das Konzept eines Kino-Double-Features mittlerweile ist, haben die Vorbereitungen für die nächste Doppelfilm­nacht ergeben.

Bewährtes Konzept

Die Kinoidee einer Filmnacht mit zwei oder drei Streifen in Folge hatte in den 90er-Jahren in vielen Metropolen Hochkonjunktur. Doch heutzutage scheinen die Gaildorfer mit ihrer – verbesserten und aktualisierten – langen Filmnacht bundesweit fast alleine auf weiter Flur zu sein. Und das seit vielen Jahren mit großem Erfolg, schreibt die Vorsitzende des Kinovereins, Margarete John. Das Konzept Film plus Imbiss plus Film organisiert der Gaildorfer Kinoverein zwei Mal pro Jahr und lockt damit auch viele Besucher von außerhalb an. Zum Film „Vorwärts immer“: Als Anne ­(Josefine Preuß) am 9. Oktober 1989 zur Montagsdemo nach Leipzig reist, um von dort mit einem gefälschten Pass „rüberzumachen“, tut sie das gegen den Willen ihres Vaters, des DDR-Staatsschauspielers Otto (Jörg Schütt­auf). Der Honecker-Imitator erfährt, dass Panzer gegen die Demonstranten eingesetzt werden sollen und so auch Anne in akuter Gefahr ist. Mit seinen Theaterkollegen strickt er den waghalsigen Plan. Er schlüpft in die Rolle des DDR-Staatsratsvorsitzenden Honecker, um den Schießbefehl zurückzunehmen. Die Komödie balanciert zwischen genialer Pointe und flachem Wegwerfwitz, doch die Spielfreude der Hauptdarsteller bereitet großes Vergnügen, heißt es in der Ankündigung.

Für den Pausensnack haben sich die Kinomacher über Spezialitäten aus der DDR-Zeit kundig gemacht und allerlei Partykracher der 80er-Jahre gefunden. Dabei dürfen weder die legendäre Soljanka noch der Käseigel oder die Ananasbowle fehlen. Für Vegetarier allerdings ist das Angebot eher schmal.

Der Film „Kundschafter des Friedens“ ist die hübsch-verharmlosende Bezeichnung für die Auslandsagenten der DDR. Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall sind die einstigen DDR-Spione Falk (Henry Hübchen), Locke (Thomas Thieme), Jacky (Michael Gwisdek) und Harry (Winfried Glatzeder) längst im Rentenalter. Doch für eine besondere Mission werden ihre Kontakte in den ehemaligen Ostblock wieder gefragt, wenngleich sich die Welt seit den Tagen des Kalten Krieges doch ziemlich verändert hat.

Info Karten gibt es nur im Vorverkauf (Buchhandlung Schagemann, Kino) oder nach verbindlicher Anmeldung über www.sonnenlichtspiele.de bis  Donnerstag, 19. April.

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