Bebauung Das kleine Dorf darf noch ein wenig wachsen

Dieses ältere Luftbild zeigt in etwa den Bereich, der in der Ergänzungssatzung festgelegt ist: das Baumgrundstück links des Halwegs.
Dieses ältere Luftbild zeigt in etwa den Bereich, der in der Ergänzungssatzung festgelegt ist: das Baumgrundstück links des Halwegs. © Foto: wfl GmbH Rottendorf
Gaildorf / Von Klaus Michael Oßwald 03.01.2018
Einstimmiger Ratsbeschluss: Mit der Satzung „Winzenweiler West“ soll der Gaildorfer Teilort um eine überschaubare Fläche ergänzt werden.

Mit ein wenig gutem Willen seitens der Kommunalpolitik allein ist es nicht getan: Bauen im so genannten Außenbereich – das ist fast nicht möglich. Für Winzenweiler, den 100 Einwohner zählenden Gaildorfer Ortsteil, hat sich jedoch nach entsprechender Anfrage einer jungen Familie eine Möglichkeit aufgetan. Das Stichwort: Ergänzungssatzung.

Die Aufstellung einer solchen hat der Gemeinderat kurz vor Weihnachten nach intensiven Überlegungen einstimmig auf den Weg gebracht: Es handelt sich um eine kleinere Fläche westlich von Winzenweiler, zwischen Stockreute, Halweg und Crailsheimer Straße gelegen. Dabei stützt sich die Planung für dieses Mini-Baugebiet auf Paragraph 34 des Baugesetzbuches, und zwar auf Absatz 4, Nummer 3: Die Gemeinde könne, wie es da heißt, durch Satzung „einzelne Außenbereichsflächen in die im Zusammenhang bebauten Ortsteile einbeziehen, wenn die einbezogenen Flächen durch die bauliche Nutzung des angrenzenden Bereichs entsprechend geprägt sind.“

Straßen erschlossen

Im vorliegenden Fall böte sich laut Stadtverwaltung eine solche Satzung in städtebaulicher Hinsicht an,  da die Straßen Stockreute und Halweg bereits erschlossen seien „und die vorhandenen Bäume schon eine relativ gute Eingrünung der neuen Bauzeile bilden und sogar ergänzt werden können, sodass zukünftig eine geschlossene Ortsrandeingrünung vorhanden ist“.

Das Kreisplanungsamt des Haller Landratsamts hat im Auftrag der Stadt die Planung dazu erarbeitet und das Ergebnis nun vorgelegt. Kreisplaner Jens Fuhrmann erläuterte dem Gemeinderat die Details. Danach seien die Festsetzungen „relativ offen“. Maßgeblich für potenzielle Bauherren sei „die umgebende Bebauung, und das darf dann hier stattfinden.“ Ziel sei, „den Ort in seiner Substanz zu ergänzen.“

Was ganz im Sinne der Stadt ist, wie Bürgermeister Frank Zimmermann in der jüngsten Ratssitzung betonte: Er freue sich, dass sich hier junge Familien ansiedeln wollten. Und er unterstrich damit, was Sprecher der Ratsfraktionen bereits im Januar vergangenen Jahres übereinstimmend formulierten, als der Technische Ausschuss über eine Bauvoranfrage für dieses Gebiet zu befinden hatte.

Entwurf abgesegnet

Beschlossen ist nun die Aufstellung der Ergänzungssatzung „Winzenweiler West“, ebenso der vom Kreisplanungsamt gefertigte Entwurf. Dazu werden nun Öffentlichkeit, Fachbehörden und weitere Träger öffentlicher Belange gehört. Ein Vertrag regelt darüber hinaus, dass die Kosten des Verfahrens der „Vorhabensträger“ übernimmt, also derjenige, der dort bauen möchte.

Heinrich Reh, Vorsitzender der FWV-Fraktion im Gemeinderat, äußerte sich am Ende der Abstimmung überrascht: Die sei der „einfachste Plan, den ich bislang auf den Tisch bekommen habe.“ Er hoffe nun, dass die Genehmigungsbehörde, das, was der Gemeinderat beschlossen hat, „ähnlich sieht.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel