Gaildorf / Klaus Michael Oßwald Die Vorfreude auf die bunten Blumenwiesen im Gaildorfer Stadtgebiet wächst. Rund 6000 Quadratmeter werden in diesen Jahr durch den Bauhof eingesät.

Wenn in diesem Sommer von „blühenden Landschaften“ die Rede ist, dann hat das – zumindest aus Gaildorfer Sicht – nichts mehr mit politischen Fensterreden zu tun, wie sie während des Zusammenbruchs der DDR gelegentlich zu hören waren. Gemeint ist vielmehr, und das im wahrsten Wortsinn, das, was die Initiative „Natürlich Gaildorf“ derzeit vorbereitet: Der Baubetriebshof bringt in diesen Tagen die Saat für bunte Blumenwiesen aus.

Gartenbauingenieur Martin Zecha, Initiator der vielfältig engagierten Initiative, freut sich besonders, weil sich die Zahl der nicht versiegelten Flächen, die bald als „Blumenmeere“ das Städtle bereichern werden, gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifachen werden. Die etwa 6000 Quadratmeter Blumenwiesen sollen aber nicht nur was fürs Auge der Bürger und Besucher der Stadt bieten, sie sind auch wichtige Nahrungsquellen für Insekten. Gemeinsam mit dem Biologen Martin Weiß hatte Zecha ausgewählte Flächen begutachtet.

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Die Stadt, die seit kurzem das Projekt „Blühender Naturpark“ unterstützt und gemeinsam mit vielen anderen Kommunen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald aktiv ist, will es aber dabei nicht bewenden lassen. So sollen etwa die Ortseingänge entsprechend neu gestaltet werden. Angedacht sind auch blühende Flächen auf Brachgelände oder in Baulücken. Und nicht zuletzt hat Martin Zecha auch die „Eh da“-Flächen im Visier – wie er mit einem Augenzwinkern auf solche Areale verweist, „die eh da sind“, etwa beim früheren Armenhaus oder in der Nähe von Münster (Haltestelle) oder Schönberg.

„Das macht richtig Spaß“

Geradezu begeistert ist der Initiator vom Einsatz des Bauhofteams um Steffen Munz. Die Mitarbeiter seien mit großem Fleiß, Sachverstand und Herzblut am Werk beim Fräsen oder Säen. Das zu beobachten, so Zecha, „macht richtig Spaß!“ Sehr interessiert an der blühenden Natur zeigten sich auch die Kindergärten in der Stadt, weiß er zu berichten.

Und dass bald auch private Vorgärten zu blühen beginnen und auf diese Weise kleine „Trittsteine für Insekten“ entstehen, wie der Experte dazu sagt, liegt an denjenigen Bürgerinnen und Bürgern, die sich beim Auftakt der „Natürlich Gaildorf“-Initiative fürs Mitmachen entschieden haben. Für mehr als 2000 Quadratmeter Blumenwiese sei bereits Samen verkauft worden.

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Wichtig ist Martin Zecha, dass regionale Blumenmischungen verwendet werden. Zunehmend sollen neben den einjährigen Mischungen mehrjährige Saaten ausgebracht werden. Wer entsprechendes Saatgut sucht, kann sich in Martin Zechas Blumengeschäft in der Bahnhofstraße solches – mit Beratung dazu – besorgen. Bei der Gärtnerei Bechstein, die ebenfalls die Initiative unterstützt, können insektenfreundliche Pflanzen für den heimischen Balkon erworben werden.

„Wir sind auf einem guten Weg“, äußert sich Zecha zufrieden, aber mit dem, was bislang in die Wege geleitet worden sei, will er es nicht bewenden lassen. Und verspricht: „Wir haben noch einige Projekte auf der Pfanne“, wozu auch die kürzliche Baumpflanz­aktion am Kirgel durch den Verein „Klimaschutz durch Aufforstung“ zählt.

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Info

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