Schon während seiner 20-jährigen Amtszeit als Bürgermeister hatte Hans König (1936–2017) fleißig daran gearbeitet, die weitgehend in Vergessenheit geratene Vergangenheit Gaildorfs und des Limpurger Landes zu erforschen und einem breiten Kreis Interessierter zu erschließen. Nach seinem Abschied vom Rathaus im Jahr 1986 widmete er sich mit Leidenschaft diesem Metier.

„Heimatliebe wecken“

Dutzende von Büchern, Hunderte von Aufsätzen in Zeitungen und Magazinen und spannende Vorträge sind das Ergebnis seines Schaffens, mit dem er nicht nur informieren und unterhalten wollte. Ihm, dem Ehrenbürger der Stadt, war es vielmehr ein Anliegen, Leser und Zuhörer ebenfalls zum Forschen zu ermuntern – zum Bewahren des kulturellen Erbes der Region: „Es würde mich freuen, wenn ich mit meiner Arbeit Heimatliebe wecken könnte.“

Nun trägt diese Heimatliebe erste Früchte: Die Bürgerstiftung Gaildorf vergibt am 24. Januar im Kernersaal der Limpurghalle erstmals den „Hans-König-Heimatpreis“ für herausragende Leistungen, die den Begriff Heimat im eigentlichen, unverfälschten Sinn des Wortes mit Leben erfüllen. Honoriert werden sollen damit, wie es in der Ausschreibung heißt, „herausragende Verdienste um die Heimatforschung in Gaildorf und in den Gemeinden des Limpurger Landes in Wort, Schrift und Bild sowie auch besonders herausragendes heimatkundliches Engagement in Tat“.

Reutlingen/Stuttgart

Inzwischen hat die Jury die Bewerbungen gesichtet und sich auf vier Preisträger verständigt. Deren Namen werden erst am Abend der Verleihung bekannt gegeben. Die Erkenntnis aus der Sichtung der eingereichten Bewerbungen: Im Limpurger Land steckt, wie es schon Hans König vermutet hatte, viel Potenzial. König wusste auch, dass die Heimatforschung mit seinem letzten Beitrag nicht abgeschlossen sein würde.

Auch die „einfachen Leute“

Obwohl er sich zeitlebens nicht anmaßen wollte, in einem Atemzug mit den Großen der Landesgeschichte genannt zu werden, ist sein Lebenswerk eng verknüpft mit der Heimatkunde in Baden-­Württemberg. Auch und gerade deshalb, weil er es stets als Versäumnis erachtete, in der Heimatforschung das Leben der „einfachen Leute“ auszublenden, wie das lange Zeit der Fall war.

Gegen dieses Versäumnis kämpfte Hans König mit seinen Veröffentlichungen an, vor allem mit seinem zweibändigen Werk „Menschen aus dem Limpurger Land“. Diese Dokumentation unterstreicht, was er selber als Erkenntnis seines Schaffens gewonnen hatte: „Gaildorf hat viel Geschichte und viel Seele.“

Die Verleihung

Das spiegelt sich in den vier Bewerbungen wider, die am Donnerstag, 24. Januar, in der Limpurghalle im Mittelpunkt stehen. Die Verleihung beginnt um 18 Uhr. Bürgermeister Frank Zimmermann wird als Vorsitzender des Stiftungsrats der Bürgerstiftung zu den Gästen sprechen. Stiftungsrat Martin Zecha hält eine Ansprache, bevor Stadtarchivarin Dr. Heike Krause die Preisträger würdigt. Die Veranstaltung ist bewirtet und wird musikalisch umrahmt von Simon Müller, Marvin Müller und Matthias Rebel.

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