Gaildorf Das "Finale daheim"

Gaildorf / KLAUS MICHAEL OSSWALD 29.11.2014
"Die neue Realität hat begonnen!" Friedhelm Liers, der das Projekt "Masterplan Gaildorf 2014" moderiert hat, ist stolz auf die engagierten Gaildorfer Mitstreiter. Bürgermeister und Gemeinderat sind es auch.

Einige Dutzend Bürger haben viel Arbeit und Herzblut in den "Masterplan Gaildorf 2014" investiert. Nun soll es ans Eingemachte gehen, um die vorgeschlagenen Projekte umzusetzen und damit die Stadt voranzubringen. Den Startschuss gab es, wie berichtet, am Mittwochabend im voll besetzten Kernersaal der Limpurghalle: Im Rahmen einer Sondersitzung überreichten die Sprecher der Arbeitsgruppen gemeinsam mit Moderator Friedhelm Liers - der das "Finale daheim" einläutete - die gedruckten Masterplan-Exemplare an Gemeinderat und Bürgermeister.

Auf 278 inhaltsschweren Seiten ist die Arbeit der Masterplan-Gruppe dokumentiert: Insgesamt 59 umfassend recherchierte Anträge zeugen nicht nur vom erklärten Willen zur positiven Veränderung, sondern offenbaren auch ein stattliches Potenzial, das in Gaildorf schlummert. Das Buch sei "keine Blaupause und erst recht kein Werk einer Unternehmensberatung", es enthalte ganz konkrete "Lösungen für Gaildorf".

Für Liers, den Coach, stehen am Ende des Masterplan-Prozesses die Gewinner fest: Es sind "die Gaildorfer". Von diesen erhofft er sich nun eine rege Diskussion, stets das Kernziel vor Augen: "Wir brauchen eine starke Marke Limpurger Land!"

Wie viel Energie im Masterplan steckt, demonstrierten an diesem von Aufbruchstimmung gekennzeichneten Abend einmal mehr die Sprecher der fünf Handlungsschwerpunkte (worüber die RUNDSCHAU im Rahmen einer Serie berichtet hat). Die Vorschlags-Pakete reichen von der Eisbahn und dem Hochseilgarten über die Arbeitstitel Familienzentrum und Haus der Begegnung bis hin zu (kurzfristigen) Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt und einer touristischen Vermarktung Gaildorfs.

Ergänzend dazu appellierte Dr. Heinz Eisenmann an Verwaltung und Gemeinderat: "Nehmen Sie diesen Stolz mit" - der an diesem Abend zu spüren war - "und tragen sie ihn nach außen". Viele Ideen seien "mit wenig Geld, aber einem Mehr an gutem Willen zeitnah zu machen". Die Nachhaltigkeit des bürgerschaftlichen Engagements beschwor Hans-Heinrich Lübke: "Wir brauchen weitere Mitmacher."

Denn die Arbeit ist mit dem Redaktionsschluss für den Masterplan nicht beendet. In planerischer Hinsicht hat sie, genau genommen, jetzt erst begonnen. Die vorliegenden Ergebnisse sollen laut Bürgermeister Frank Zimmermann im Rahmen einer Klausurtagung des Gemeinderats erörtert werden, nach dem Wunsch von Friedhelm Liers "vom Ende her gedacht". Den Gaildorfer Bürgern wünschte Liers "Konsens für beherzte und konsequente Entscheidungen, auch wenn diese unpopulär sind".

Ein leidenschaftliches Plädoyer für ein neues Wir-Gefühl hielt Martin Schumacher stellvertretend für die fünf Handlungsschwerpunkte. Er wünscht sich Gaildorf als (wieder) "junge und dynamische Stadt", deren Bürger beim Blick in die Zukunft stets "das Ganze sehen". Den Gemeinderat bat er: "Nehmen Sie uns Masterplaner mit auf die Reise in eine bessere Zukunft!"

Vielfältigen Dank gab es aus den Reihen der Stadträte. FWV-Fraktionschef Heinrich Reh würdigte die aufgezeigten Konzepte als "Richtschnur für unser künftiges Handeln". Wichtig sei nun, "dass wir es anpacken". Was sich bald machen lasse, "werden wir auch bald angreifen". Rainer Baumann, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht den Gemeinderat nun in der Pflicht, "dafür zu sorgen, dass die Konzepte nicht in die Schublade wandern, sondern als Leitfaden unseres kommunalen Handlungsfeldes dienen". Er sei guten Mutes, dass der Gemeinderat viele der formulierten Ideen in Angriff nehmen werde.

Einen "sportlichen Spagat" sieht Margarete John von der SPD auf den Gemeinderat zukommen. Auf jeden Fall sei es wichtig, jetzt einen Plan an der Hand zu haben, "der unseren Blick weitet". Axel Spix (Offene Liste) erkennt im Masterplan "ein Musterbeispiel für Bürgerengagement, Bürgerbeteiligung und Bürgermitverantwortung". Ein großes Anliegen der Fraktion sei es nun, die vielen formulierten Vorschläge Schritt für Schritt umzusetzen - möglichst bald und zum Wohl der Bürger der Stadt Gaildorf.

So sieht es auch Bürgermeister Frank Zimmermann. Ihm gefalle besonders, "dass der Masterplan unseren politischen Alltag durchbricht". Den Masterplanern sicherte er zu: "Wir geben jetzt Gas!" Gaildorf, so sein Wunsch, "muss in Baden-Württemberg wahrgenommen werden". Die Bürger im Saal ermunterte er: "Bleiben Sie an unseren kommunalpolitischen Themen dran!"

Die in den Masterplan-Arbeitskreisen engagierten Gaildorfer Bürgerinnen und Bürger

Handlungsschwerpunkt 1

"Handel, Handwerk, Industrie":

Ulrich Heuchemer, Christine Lack-Heuchemer, Ulrich Nass, Gabriele Schagemann, Martin Schumacher, Hermann Wahl, Andrea Wittmann

Handlungsschwerpunkt 2

"Verkehr, Energie, Wohnen":

Dieter Brucker, Heiderose Gölz, Ulrich Hofmann, Ellen Hofmann-Heer, Hans Keit, Frank Kopf, Ernst Kronmüller, Dr. Wolfgang Kurtenbach, Manfred Mack, Maximilian Munz, Dirk Pokoj, Sabine Rombach, Joachim Sauter, Wolfgang Schick, Roland Sieber, Barbara Ulmer, Hermann Wieland

Handlungsschwerpunkt 3

"Tourismus, Sport, Kultur":

Karl-Dieter Diemer, Dr. Heinz Eisenmann, Werner Ellinger, Andrea Horlacher, Beate Ihle, Irmtraud Oesterle, Thomas Pfalzer, Bernd Windmüller, Markus Zaklikowski

Handlungsschwerpunkt 4

"Familie, Bildung, Integration":

Markus Akilli, Johannes Alber, Dieter Elßer, Brigitte Fiedler, Bernhard Geißler, Agnes Görner, Christel Hofmann-Alber, Katrin Kuppler, Fesi Mthunzi, Simon Müller, Ferit Öztürk, Irmgard Seidel, Jan Seiter, Iris Simon-Höfer, Daniel Veit, Elke Weller, Erhard Wörz, Manfred Zeiler

Handlungsschwerpunkt 5

"Soziales, Kirche, Gesundheit":

René Abendschein, Dr. Ulrich Bauer, Dr. Wolfgang Dähmlow, Karl Eichele, Bernd Feucht, Norbert Kuper, Hans-Heinrich Lübke, Brigitte Lutz, Wolfgang Nachbauer, Hans Reber, Wilfried Tiedemann, Robert Zauner

SWP

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