In der Region Stuttgart waren die Fallzahlen bereits seit mehreren Tagen über die Schwellenwerte gestiegen. Nun zeigt sich diese Entwicklung auch in mehreren Kommunen im Rems-Murr-Kreis, teilt das Landratsamt mit. Am Mittwoch wurde dort erstmals im Landkreis der Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten. Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis lag bei 35. Dahinter stecken 151 neue Infektionen innerhalb einer Woche.

Allgemeinverfügung seit Donnerstag in Kraft

Somit gelten nun nach den Vorgaben des Sozialministeriums Beschränkungen für die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern: In öffentlichen Räumen sind diese nur noch mit 50 Personen möglich, in privaten Räumen sind maximal 25 Personen erlaubt. Der Kreis hat darauf basierend eine Allgemeinverfügung erlassen, die in allen 31 Kreiskommunen gilt. Die Allgemeinverfügung wurde online veröffentlicht und trat am Donnerstag in Kraft.
Ziel ist, ein praktikables und möglichst einheitliches Vorgehen im Kreis zu erreichen. „Wir beschränken uns darin bewusst auf die Maßnahmen, die das Sozialministerium zwingend vorgibt“, betont Landrat Richard Sigel. „Weitere Maßnahmen werden wir im erweiterten Krisenstab beraten, zu dem auch die Sprecher der Oberbürgermeister und Bürgermeister gehören.“

Landkreis Schwäbisch Hall

„Wir haben den Sommer genutzt, um uns für eine zweite Welle zu wappnen. Bereits im Mai haben wir uns mit den Städten und Gemeinden darauf verständigt, dass wir in interkommunalen Teams à fünf Personen für 20.000 Einwohner die Kontaktpersonennachverfolgung gemeinsam stemmen. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden können wir hier einen Sonderweg gehen, von dem wir wissen, dass er funktioniert“, sagt Sigel.
Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull appelliert auch als Sprecherin der Oberbürgermeister im Kreis an die Bürger: „Wenn jeder mitmacht, dann können wir uns alle besser schützen. Das Verhalten der Bevölkerung entscheidet letztendlich, wohin die Reise geht. Grundsätzlich kommt es dabei auf jeden Einzelnen an. Unser Team im Ordnungsamt arbeitet momentan rund um die Uhr an der Kontaktverfolgung. Wir setzen in unserer täglichen Arbeit den Fokus auf die Nachverfolgung. Dafür stellen wir auch einmal andere Themen zurück, denn die Gesundheit geht vor.“

Rems-Murr-Kliniken sind auf eine zweite Welle vorbereitet

Für die Rems-Murr-Kliniken berichtet Ralf Rauch, der Ärztliche Direktor des Klinikums Winnenden: „Wir haben bereits im Sommer Vorbereitungen für eine zweite Welle getroffen, als uns viele noch belächelt haben. Mit Unterstützung des Aufsichtsrats und des Landratsamts haben wir nicht nur den Eingangsbereich coronakonform umgebaut, sondern auch eine separate Infektionsstation auf den Weg gebracht.“ Aktuell werden neun Covid-Patienten in den Kliniken behandelt, davon muss ein Patient beatmet werden. „Ich fände es übrigens hilfreich, wenn jeder abends vor dem Zähneputzen kurz überlegt, mit wem er den Tag über Kontakt hatte und sich das notiert. Dieses Kontakte-Tagebuch würde den Behörden die Kontaktpersonennachverfolgung deutlich erleichtern“, ergänzt Rauch.

Landkreis Schwäbisch Hall

„Sollten wir den nächsten Wert bei 50 reißen, werden weitere Maßnahmen folgen“, kündigt Landrat Sigel an. Die Obergrenzen für private Feiern und Veranstaltungen sollen dann weiter begrenzt werden. Zudem könnte dann auch eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum, insbesondere wo der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann, kommen. „Wir bereiten diese weitergehenden Einschränkungen vor, wenn wir auch hoffen, dass wir sie vielleicht nicht brauchen“, so der Landrat weiter. In die Überlegungen fließen die angekündigten neuen Regelungen durch Bund und Land ein.

Einschränkungen bei gelber oder roter Ampel