Wir haben für Gschwend gesagt: Das Leben geht ganz normal weiter, außer es kommt eine Info von oben“, sagt Bürgermeister Christoph Hald am Dienstagabend zur Coronavirus-Situation. Der Landrat Klaus Pavel hat am Mittwochnachmittag alle Bürgermeister des Ostalbkreises zu einem Treffen eingeladen, um ein einheitliches Vorgehen abzustimmen.

Bislang gebe es in Gschwend keinen bestätigten Corona-Fall, so Hald. Seit Montag habe es laut Hald vermehrt Anrufe von Bürgern und Vereinsvertretern gegeben, die Fragen zum Virus haben oder auch wissen wollen, ob und wie ihre Veranstaltung stattfindet. Das bisherige Vorgehen der Gemeinde: Sie verweist die Anrufer auf die Handlungsempfehlungen des Ostalbkreises auf dessen Website.

Sachliche Fragen

Angst oder gar eine Panik in der Gemeinde beobachte Hald nicht, die Fragen seien sachlich. Intern habe sich die Gemeinde bereits abgestimmt und sei „weitgehend vorbereitet“, sollte es in Gschwend einen Covid-19-Infizierten geben. Auch mit Schulen und Kindergärten habe sich die Gemeinde abgestimmt. Konkrete Maßnahmen wollte Hald noch nicht nennen.

Die Schüler der Heinrich-Prescher-Schule beschäftige das Thema sehr, sagt Rektorin Beate Gasper. Sie nehme Sorge und gedrückte Stimmung wahr. Die Lehrer würden regelmäßig mit den Schülern über das Thema sprechen, sie kindgerecht informieren und beruhigen. Die Lehrer hätten Hygiene-Regeln im Unterricht noch mal thematisiert. „Wir achten sehr darauf, dass die Schüler das auch umsetzen“, sagt Gasper. Wichtig sei derzeit eine vollständige und schnelle Information an Kollegen und Eltern, so Gasper. Die Schule sei gut vernetzt mit dem Bürgermeister, dem Gesundheitsamt und dem staatlichen Schulamt. „Wenn wir einen Corona-Fall an der Schule hätten, müsste die Schule Stand jetzt von der Gemeinde geschlossen werden.“

Allgemeinmediziner Dr. Steffen Fimpel aus Gschwend bemerkt bislang „keine wesentliche Beeinträchtigung der Praxisarbeit“ aufgrund des Virus. Er beobachte auch keine Angst – weder bei seinem Personal noch bei Patienten. Sollte jemand den Verdacht auf eine Infektion haben, empfiehlt Fimpel zunächst ein Telefongespräch mit ihm. „Wenn es ein harter Verdacht auf eine Corona-Infektion ist, verweisen wir auf das Gesundheitsamt in Aalen.“ Bisher habe es in seiner Praxis aber noch keinen Patienten mit konkretem Verdacht gegeben.

„Die Situation in Gschwend ist bis jetzt sehr unaufgeregt und sachlich“, sagt der evangelische Pfarrer Jochen Baumann. Die Kirchengemeinde halte sich an die Maßgaben der Landeskirche, die laufend aktualisiert würden. Die Landeskirche gibt im Internet verfügbare Entscheidungshilfen für Veranstaltungen und weitere Hygiene-Hinweise.

Gottesdienste sollen laut Landeskirche weiterhin stattfinden. Sie empfiehlt aber, Kontaktflächen zwischen den Menschen möglichst gering zu halten.

Die DRK-Initiative „Bürger für Bürger mit Senioren-Runde“ in Gschwend organisiert Ausflüge für Senioren und bietet ihnen einen ehrenamtlichen Fahrdienst an. Mittlerweile hängt in allen der drei Fahrzeuge ein Schreiben mit Hygiene- und Sicherheitsempfehlungen zum Virus, sagt Heinz Först­ner von der Initiative. „Außerdem desinfizieren wir zwei Mal pro Woche alle Autos.“ Das DRK Gmünd habe bislang noch keine detaillierte Anweisung wegen des Virus an sie herausgegeben, „aber ich denke, die kommt bald“. Einige der Senioren würden auch anrufen und fragen, ob zukünftige Ausflüge stattfinden, so Förstner. In der Stadt merke er, dass die Leute teilweise verunsichert seien. Einen Fahr-Termin bei der Initiative abgesagt habe aber bislang noch niemand.

Kreis Hall

Verstärkte Hygiene-Maßnahmen

Die „Seniorenheimat Schuppert“ in Gschwend bittet derzeit Angehörige, die Erkältungssymptome zeigen oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, von einem Besuch abzusehen. Das sagt Heimleiterin Gabi Kopsch. Am Eingang gebe es außerdem Desinfektionsmittel mit einer Anleitung. „Wir achten darauf, dass Besucher das auch umsetzen“, so Kopsch. Sie sieht derzeit „noch keine direkte Angst bei den Bewohnern“. Das Seniorenheim stehe in Kontakt zum Gesundheitsamt und halte die Hygiene-Pläne ein. „Wir wissen um das Risiko und nehmen die Sache sehr ernst.“ Für den Fall einer Infektion sei das Heim materiell gut vorbereitet.

Die in Gschwend am Wochenende geplanten Veranstaltungen finden laut Vereinsvertretern nach derzeitigem Stand statt – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung.