Verzagen bringt nichts in Zeiten der Corona-Krise – und deshalb macht die Initiative „Natürlich Gaildorf“ aus der Not eine Tugend: Nach der Absage des für den 3. und 4. April vorgesehenen Limpurger Marktes für regionale Produkte hat die Ideenschmiede um ihre Sprecher Verena Geiger und Martin Zecha eine weitere Aktion im Visier: Die Vorräte an Blumensamen, die für das Markt-Wochenende beschafft worden waren, können nun Bürgerinnen und Bürger auf „virensicherem“ Weg erwerben und auch noch Gutes tun.

Bislang viel Zeit investiert

Die Nachricht, dass der Erzeugermarkt nicht stattfinden kann, hat „Natürlich Gaildorf“ nicht überrascht. Und angesichts der vielen organisatorischen Arbeitsstunden auch nicht mit Zorn erfüllt, wie es in solchen Fällen mancherorts zu beobachten ist. Aber was tun mit dem Samen für mehrere tausend Quadratmeter Blumenwiese, der schon vor längerer Zeit bestellt worden war? Zumal ja auch, so Martin Zecha, die beste Zeit für die Aussaat etwa Mitte April beginnt? Schnell war die Idee geboren, wie sich Saatgut und „pflanzwillige Blumenwiesenliebhaber“ zusammenbringen lassen. Wie bei der Premiere im vergangenen Jahr können Samentüten für 20 Quadratmeter für 5 Euro erworben werden. Wer größere Mengen benötigt, kann sich melden, dann wird extra abgefüllt.

Bei dem Saatgut handelt es sich, wie die Initiative berichtet, um eine einjährige Mischung „Felgers Blütenträume“ von der Saatgut-Manufaktur Felger aus Mössingen sowie um die zweijährige „Veitshöchheimer Blumenmischung“ von Saatgut-Lieferanten der Stadt.

„Berührungslose“ Lieferung

Und so funktioniert’s: Über die E-Mail-Adresse natuerlich-gaildorf@web.de können Interessierte das Saatgut bestellen – unter Angabe der Anschrift, an die die Samentütchen geliefert werden sollen. Dies geschieht „umweltfreundlich per Fahrrad“, wie die Initiative betont. Die Käufer erhalten einen Lieferzettel mit der Bankverbindung der Bürgerstiftung, die den Erlös bekommen soll. Dann muss nur noch das Geld überwiesen werden. Und um das Ganze „berührungslos“ (Zecha) abzuwickeln, was eine entsprechende Vertrauensbasis erfordert, wird das Saatgut entweder vor die Haustür gelegt oder in den Briefkasten gesteckt.

„Erfahrung für alle Sinne“

Auf diese Weise werden die Blumen „vielleicht dann blühen, wenn sich der Alltag wieder ein wenig normalisiert hat“, hofft Verena Geiger. Außerdem sei ein bunt blühender Streifen im Garten oder eine „wachsende Miniwiese im Pflanzgefäß“ auch eine „wunderbare Erfahrung für alle Sinne“. Und obendrein ein „wichtiges Refugium“ für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten.

„Natürlich Gaildorf“ setzt nun auf einen Erfolg – und ruft die Mitbürger dazu auf: „Lasst Gaildorf wieder blühen“.