Man kann auch die Maske schön haben. Zwei oder drei besonders originelle Exemplare habe er gesehen, lacht Dr. Tobias Jaschke, Rektor der Gaildorfer Schloss-Realschule, als er gestern Mittag ein Resümee des ersten Schultages nach den Sommerferien zieht. Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben und er habe auch den Eindruck gewonnen, dass die Schülerinnen und Schüler froh sind, wieder etwas Schulnormalität zu erleben.
Wegen der Infektionsgefahr gelten allerdings weiterhin die Corona-Schutzbestimmungen. Die Maskenpflicht zum Beispiel. Sie herrscht zwar nicht im Unterricht, aber auf den Fluren. Man habe für alle Fälle ein paar Masken in petto gehabt, sagt Jaschke, aber nur zwei oder drei der 546 Schülerinnen und Schüler der Schloss-Realschule mit Masken versorgen müssen.

Situation nicht ungewohnt

Auch die anderen beiden Schulen des Gaildorfer Schulzentrums melden keine Masken-Engpässe. Eher komme es vor, dass man nachlässig werde und die Maske vergesse, sagt Elke Häußler, die Leiterin der Parkschule. Und das betreffe nicht nur die rund 400 Schülerinnen und Schüler ihrer Schule: „Wir müssen uns ja auch immer daran erinnern, dass wir eine Maske tragen sollen.“
Es ist ja auch nicht unbedingt Neuland. Einen Schulalltag unter Corona-Bedingungen habe es ja bereits in den letzten Wochen vor den Sommerferien gegeben, sagt Angela Rücker, die Leiterin des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums. Masken tragen, regelmäßig stoßlüften, genügend Desinfektionsmittel bereithalten und natürlich auch verwenden – all das ist man gewohnt.
Das Gymnasium mit seinen rund 480 Schülerinnen und Schülern hat als einzige der drei Schulen eine gestaffelte Pausenregelung eingeführt. In der ersten großen Pause sind die Klassen fünf, sieben und neun dran, in der zweiten großen Pause die Klassen sechs, acht und zehn. Die Parkschule hat den kurzen ersten Schultag ohne große Pause überstanden, heute werden die Schülerinnen und Schüler im Pausenhof Hinweisschilder vorfinden, auf denen steht, wo welche Gruppen sich aufzuhalten haben.

„Pause für alle“

Auch die Schloss-Realschule bleibt bei der „Pause für alle“. Es werde nach der Stundentafel unterrichtet, erklärt Jaschke, eine Staffelung sei daher nicht möglich. Die Pausenaufsicht werde aber darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler während der Pausen in ihren Klassengemeinschaften bleiben. Weil das Gymnasium den gleichen Pausenbereich nutze, sei man auch in Kontakt. Man werde sich die Entwicklung anschauen, sich austauschen, bei Bedarf nachjustieren.
Angela Rücker war vormittags bei der Aufnahme der 75 neuen Fünftklässer des Gymnasiums im auf Abstand bestuhlten Schenk-Albrecht-Saal der Limpurghalle. Jeweils ein Elternteil war zugelassen. Die Stimmung sei gleichwohl gut gewesen, die Kinder hätten gewusst, worum es geht, sagt sie.
Heute wird Jaschke ebenfalls im Schenk-Albrecht-Saal und unter den gleichen Bedingungen 86 neue Schülerinnen und Schüler begrüßen. Elke Häußler nimmt ihre 25 neuen Fünftklässler im Hof  der Parkschule in Empfang.

Ein besonderer Tag

Mehr Aufwand wird sich die Parkschule bei der Einschulung der Erstklässler am Samstag leisten. Die 56 Kinder sollen trotz Corona einen besonderen Tag erleben. Jeweils zwei Begleitpersonen sind zugelassen, die Kinder werden den Pausenhof aus vier verschiedenen Richtungen betreten. Und nach der Begrüßung und dem ersten Unterricht steigen Ballons in den Himmel.

Kaum Ausfälle in den Lehrerzimmern


Befreiung Lehrkräfte, die der Corona-Risikogruppe angehören, haben die Möglichkeit, sich mittels eines Attests vom Präsenzunterricht befreien zu lassen. Am Gaildorfer Schulzentrum kann man diese Fälle aber an einer Hand abzählen. Drei der 48 Lehrkräfte an der Parkschule stünden nicht zur Verfügung, berichtet Schul­leiterin Elke Häußler. Weil man rechtzeitig ­informiert war, habe man sich darauf einstellen können. Am Schenk-von-­Limpurg-Gym­nasium­ fehlt eine von insgesamt 48 Lehr­kräften und die Schloss-­Realschule meldet ­überhaupt keine Ausfälle im 43-köpfigen Kollegium. In Baden-Württemberg liegt die Ausfallqoute nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW bei zehn Prozent. rif