Gaildorf Bürgerstiftung Gaildorf fördert Besuch von elf Schloss-Realschülern in Delhi

SWP 19.12.2013
Elf Schüler der Schloss-Realschule Gaildorf besuchen 2014 die indische Schule Indirapuram in Delhi. Die jungen Leute erhielten nun Informationen.

Zehn Jungen und Mädchen des letzten Austauschs - sie kamen erst Mitte November von Indien zurück - standen den Interessenten Rede und Antwort. Sie erzählten unverblümt von ihren Eindrücken und erläuterten, dass am Anfang die Unterhaltung in englischer Sprache etwas gewöhnungsbedürftig sei, weil die Inder einen anderen Dialekt sprächen "als wir Schwaben".

Musikalisch hätten die indischen Jugendlichen dieselben Interessen wie die jungen Menschen in der westlichen Welt, so dass man sich nicht groß umstellen müsse. Allerdings seien die Inder bei Musik, Kunst und Tanz, in Indien ein Pflichtfach, deutlich interessierter.

Die Austauschschüler berichteten, dass die indischen Familien sehr gastfreundlich seien und man ganz schnell integriert und als Familienmitglied akzeptiert werde. Natürlich müssten sich die deutschen Gäste an die andere Art des "way of life" erst gewöhnen. Innerhalb der Familie komme zuerst die Verehrung der Götter am Hausaltar, danach der Gast und schließlich der Rest der Familie. Die in vielen Haushalten beschäftigten Hausmädchen stünden in dieser Rangfolge ganz hinten an. Auch die indische Küche sei zuerst gewöhnungsbedürftig aber letztendlich sehr schmackhaft.

Etwa 40 Neuntklässler waren an dieser Erstinformation interessiert und stellten eine ganze Menge Fragen zu den Themen Verkehr, Essen, dem Tagesablauf in Indien sowohl in der Schule als auch bei der Familie und in der Freizeit. Auch die Unterbringung des Gastschülers in Deutschland war Inhalt mancher Frage. Die ehemaligen Austauschschüler und die beiden erfahrenen Lehrerinnen Dorothee Scheuermann und Gisela Knödler, welche den Austausch betreuen, konnten alle Fragen beantworten.

Die Lehrerinnen stellten schließlich nochmals zusammen, wie der Austausch weiter organisiert wird. Zunächst geben noch vor Weihnachten alle Interessenten einen Steckbrief über ihre Person und ihre Hobbys ausgefüllt ab. Die am Austausch beteiligten indischen Kinder geben ebenfalls einen Steckbrief ab. Auf diese Weise werden Kinder mit einigermaßen gleichen Interessen von den Verantwortlichen einander zugeordnet.

Zwei Wochen Indisch-AG

Alle Ausgewählten von der Schloss-Realschule besuchen anschließend 14-tägig eine Indisch-AG, in der die deutschen Teilnehmer auf diesen Austausch umfassend und gezielt vorbereitet werden. Letztendlich blieb bei der Info-Veranstaltung nicht unerwähnt, dass sich die Teilnehmer bei ihren Englischkenntnissen verbesserten: Der dreiwöchige Aufenthalt in Indien und das Sprechen mit den indischen Gastschülern helfe auch oft bei der Eurokom-Prüfung.

Manfred Zeiler war als Gast bei dieser Info-Veranstaltung - und stellte die Ziele der Bürgerstiftung Gaildorf für diese ungewöhnliche Förderung vor. Zeiler zeigte eindrucksvoll auf, dass die Schüler eine einmalige Chance erhielten, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern - und sie dazu eine andere Kultur und Wirtschaftswelt kennenlernten. Diesen reichen Erfahrungsschatz könnten sie später in der globalisierten Berufswelt einbringen. Er ermunterte potenzielle Teilnehmer zum Austausch damit, dass Ausflüge und Shopping selbstverständlich zum Programm gehörten - andere Ziele, Projekte und Werte dieses Austauschs für das spätere Leben aber einen deutlich höheren Stellenwert hätten.

Als am Ende alle Fragen beantwortet waren, meldeten sich bei der Abschlussfrage "Wer hat nach dem Gehörten ernsthaftes Interesse am Indienaustausch?" spontan mehr als 20 Schüler. Natürlich müssen erst noch die Eltern gefragt werden und ihre Zustimmung für den Austausch geben.