Die Wälder im Rems-Murr-Kreis leiden auch wegen der heißen Vorjahre unter Hitze, Trockenheit und dem Borkenkäfer. Zusätzlich ist durch die verschiedenen Stürme rund um „Sabine“ im Februar sehr viel Sturmholz angefallen. Einzelne, aber über die Gesamtfläche verteilte Sturmhölzer bieten die ideale Grundlage für Borkenkäferbefall, schreibt das Landratsamt in einer Mitteilung. Die Insekten sind bei Temperaturen von rund 18 Grad aktiv. Wegen des aktuell überwiegend warmen Frühlingswetters fliegt der Borkenkäfer bereits jetzt in allen Höhenlagen, die Grundpopulation ist dieses Jahr sehr hoch. „Daher ist die Situation in allen Wäldern schon jetzt sehr angespannt“, heißt es weiter.

In vielen Wäldern werde das Sturmholz bereits mit Hochdruck aufgearbeitet. Im Zuge dessen können Waldbesitzer überprüfen, ob Bäume neu von Borkenkäfern befallen sind. Kennzeichen sind:

  • braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben und am Stammfuß
  • Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm und am Kronenansatz
  • helle Flecken durch Rindenabbrüche, verursacht durch den Specht
  • Rötung der Nadeln und der Krone
  • Abfall grüner oder roter Nadeln

Waldbesitzer sollen daher ihre Nadelholzbestände ab jetzt bis in den September hinein unbedingt alle ein bis zwei Wochen auf diese Kennzeichen hin kontrollieren. Privatwaldbesitzer sollten auch die Bestände der Nachbarn mit in Augenschein nehmen, „schließlich kennen Borkenkäfer beim Befall keine Flurstücksgrenzen“. Eine „saubere Waldwirtschaft“ habe aktuell oberste Priorität, heißt es aus dem Landratsamt.

Die örtlichen Revierförster beraten Privatwaldbesitzer bei der Aufarbeitung des Sturmholzes. Wer nicht weiß, welcher Revierförster zuständig ist, kann sich unter 0 71 91 / 8 95-43 67 ans Forstamt wenden.