Gaildorf Manfred Schust gibt Imker-Ferienprogramm weiter

Imker Manfred Schust auf einer Streuobstwiese hinter seinem Haus im Ottendorfer Weiler Adelbach.
Imker Manfred Schust auf einer Streuobstwiese hinter seinem Haus im Ottendorfer Weiler Adelbach. © Foto: ka
Gaildorf / Cornelia Kaufhold 26.07.2018
Seit dem ersten Ferienprogramm der Stadt Gaildorf war er dabei. Nach 26 Jahren überlässt Manfred Schust einem jungen Imker das Feld.

Das ZDF hat den Anfang gemacht. Anke Engelkes moderierte mit Benny Schnier und ab und an dem Maskottchen Wuschel das Ferienprogramm des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders. Dieser wollte den Daheimgebliebenen die Ferienzeit mit einem unterhaltsamen Nachmittagsprogramm versüßen. Wenige Jahre später begannen Städte, Kindern Mitmachaktionen und Ausflüge während der Sommerferien zu organisieren. 1992 ist’s in Gaildorf so weit.

Vereine und Institutionen, allen voran der Verein Offene Jugendarbeit, stemmen ein Programm  für Kinder und Jugendliche mit Ausflügen, Wanderungen, Bastel- und Spielnachmittagen, Filmabenden. Landwirte laden auf ihren Hof ein, die Feuerwehr vors Magazin. Manfred Schust gehört zu den Pionieren. Dieses Jahr ist er erstmals nicht mehr dabei.

75 Teilnehmer

„Jetzt reicht’s. 26 Jahre sind genug“, meint der 77-jährige Imker. Er sitzt unter der Linde vor seinem Haus in Adelbach. Bis auf den Traktor, der am Haus vorbeifährt und das gemähte Gras auf einer Wiese an der Wegzweigung wendet, ist kein Motorengeräusch zu hören.

Die Idylle in Adelbach war 26 Jahre lang die Kulisse für den Nachmittag beim Imker, mit dem das Ferienprogramm startete. „Das kam später“, wirft Schust ein. „Wir hatten 75 Kinder und mehr, deshalb haben wir geschaut, dass wir an den Ferienanfang geschoben wurden.“ Mit begrenzter Teilnehmerzahl und einigen  Helfern bewerkstelligt Schust das Ferienprogramm. In Gruppen eingeteilt, lernten die Kinder Wissenswertes über Wild- und Honigbienen, beobachteten das Leben im Stock in einem Schaukasten. Sie schleuderten Honig, bauten Rähmchen und Bienenkästen. Alles sei gutgegangen, versichert Schust, bis auf einen Bienenstich „isch nix gwä“.

An der Linde zwischen Eutendorf und Ottendorf, wo das Sträßchen zum Weiler Adelbach abzweigt, haben die Imker die Ferienkinder abgeholt, „viele kennen den Weg zu uns nicht.“ Nach gut zwei Stunden gibt’s noch ein Honigbrot und der Nachmittag ist geschafft. „Viele Kinder kamen mehrmals“, erinnert sich Schust. Und drei konnte er sogar für die Imkerei gewinnen.

Vollauf beschäftigt

Andreas Meyer übernimmt den Imkerpart im Ferienprogramm der Stadt Gaildorf und zieht mit den Kindern am kommenden Montag in den Hof der Gemeinde der Neuapostolen. „Es war ein großer Vorteil, dass wir hier in Adelbach den Platz hatten, den Kindern die Imkerei zu zeigen“, sagt Schust. Seit den 70er-Jahren züchtet er Bienen.

In seinem Bienenhaus bietet er auch Apitherapie an. Die Luft aus dem Bienenstock hilft manchen Menschen, die an Allergien, Kopfschmerzen, Depressionen oder anderen Krankheiten leiden. Schust muss das Gespräch beenden. Er hat Völker an drei Standorten und muss sich um sie kümmern. Außerdem ist heute Markt in Gaildorf und morgen in Murrhardt. Er hat zu tun.

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