Unterrot Besuch aus Unterfranken: die "Dorfrocker" zu Gast im Unterroter Kindergarten

PETRA ZOTT 20.01.2014
Das hat es im Unterroter Kindergarten noch nie gegeben: Am späten Nachmittag strömte Groß und Klein zum Rathaus: die Lieblingsband der Kids hatte sich zum Überraschungsbesuch angekündigt.

Die drei Jungs staunten nicht schlecht, als sie den Kindergarten im Unterroter Rathaus betraten: der Raum platzte aus allen Nähten, bis draußen stauten sich Eltern, Geschwister und Verwandte, um das Treffen mit den "Dorfrockern" mitzuerleben. Über 100 Menschen warteten gespannt, ob die Jungs aus Unterfranken tatsächlich zum versprochenen Besuch aufkreuzen würden.

In tagelanger Arbeit hatten die Kids ihren "Kindi" zum Fanclub umgestaltet, mit handgeschriebenen Transparenten wie "Libe Dorfroker", selbstgenähten Stoffherzen und aktuellen Plakaten. Stilecht saß man auf Strohballen, und sogar ein "roter Teppich" war ausgerollt.

Alles begann im Frühjahr letzten Jahres. Dorle Ellinger sah die Band im Fernsehen und rief bei Kindergartenleiterin Silke Runstuk und den Kolleginnen an: "Guckt euch das an, das wäre was für unser Sommerfest!" Der spontanen Begeisterung folgte ein Besuch des Konzertes in Fronrot - und der Beschluss: "Wir machen ein Bauernhoffest, mit der Musik der "Dorfrocker". Dass sie damit ein regelrechtes "Dorfrock-Fieber" ausgelöst haben, hat sie selbst überrascht: Bereits bei den Proben fürs Sommerfest avancierte "I bin a Dorfkind" zum Lieblingssong der Kinder, genauso wie "Gummistiefeldisco", zu dem die Kinder einen Tanz zeigten. Bis heute, berichteten die Erzieherinnen den amüsierten Bandmitgliedern, vergehe kein Tag, an dem die CD nicht durch den Kindergarten schalle. "Toll, aber wir haben seit gestern auch eine neue CD", bedankte sich Tobias von den "Dorfrockern". "Wissen wir!" schallte es zurück: "Die haben wir schon!"

Ein Treffen wäre toll, dachten sich die Erzieherinnen, als sie vom Konzert in Bühlertann erfuhren. Silke Runstuk schrieb die Band an. Kurz vor Weihnachten dann die Antwort: Direkt vor dem Konzert sei es zu kompliziert, aber "als Weihnachtsgeschenk" würden die Jungs gerne nachmittags kommen. Doch als sich am Samstag die Ankunft der Band verzögerte, wurden die Erzieherinnen nervös - bis eine Horde Schulkinder in den Raum stürmte: "Sie sind da!"

Für Kinder und Erzieherinnen war es "das absolute Highlight", dass die drei Brüder zusammen mit den Kindern "I bin a Dorfkind!" und als Zugabe das "Fliegerlied" sangen. Obwohl die Zeit drängte, nahmen sie sich Zeit, um sich mit ihren jüngsten Fans zu unterhalten und geduldig alles zu unterschreiben, was ihnen hingehalten wurde: Karten, CDs, T-Shirts und unzählige Kinderarme. Geduldig posierten sie mit sämtlichen Kindern für Erinnerungsfotos und selbst die Erzieherinnen zeigten verzückt die Unterschriften auf ihren T-Shirts herum.

Für die Band, die sich interessiert nach dem Ort und dem Einzugsgebiet des Kindergartens erkundigte, war der Besuch auch eine Premiere: "In Grundschulen waren wir schon, unser Gitarrist ist ja Grundschullehrer, aber hier wars auch lustig, vor allem die vielen Leute", meinte Tobias. "Das ist bei uns auf dem Dorf noch so", erklärte Dorle Ellinger. "Wenn so was ist, kommen alle - auch die Ehemaligen!"