Gaildorf/Stuttgart Beste Aktion aller Zeiten

Alles schon einmal dagewesen: Am 6. Februar 2007 übergab der damalige Bürgermeister Ralf Eggert (links) rund 7300 Unterschriften für den Erhalt des Gaildorfer Krankenhauses an Landrat Gerhard Bauer. Archivfoto: Klaus Michael Oßwald
Alles schon einmal dagewesen: Am 6. Februar 2007 übergab der damalige Bürgermeister Ralf Eggert (links) rund 7300 Unterschriften für den Erhalt des Gaildorfer Krankenhauses an Landrat Gerhard Bauer. Archivfoto: Klaus Michael Oßwald
Gaildorf/Stuttgart / KLAUS MICHAEL OSSWALD 09.05.2012
Das ist im Limpurger Land der Rekord: Mit 7700 Unterschriften für den Erhalt des Gaildorfer Krankenhauses ist die Protestaktion der erst kürzlich gegründeten Bürgerinitiative die erfolgreichste ihrer Art.

Sozusagen aus dem Stand heraus hat die Bürgerinitiative (BI) "Krankenhaus Gaildorf" den Rekord geknackt: In 14 Tagen sammelten viele Helferinnen und Helfer in allen Teilen des Limpurger Landes Unterschriften von 7700 Menschen, denen die kleine Klinik am Herzen liegt. Zum Vergleich die Zahlen bisheriger Protestaktionen für das immer wieder in seiner Existenz akut gefährdete Krankenhaus: Rund 6500 Unterschriften wurden im Jahr 1976 geleistet, insgesamt 7300 waren es Ende 2006/Anfang 2007 gewesen.

Den neuerlichen gebündelten Protest gegen die zum 1. Juli drohende Schließung der Einrichtung nehmen Sprecher der BI am heutigen Mittwoch mit nach Stuttgart, wo sie gegen 12 Uhr im Landtag Sozialministerin Katrin Altpeter treffen werden. Bei diesem Gespräch wird es vor allem darum gehen, die Politikerin mit dem Anliegen einer ganzen Raumschaft zu konfrontieren - nämlich dem Wunsch, das Krankenhaus zu erhalten.

Mit den Unterschriften übergibt die BI auch einen kleinen, aber unmissverständlich formulierten und sieben Punkte umfassenden Forderungskatalog an die Ministerin. Damit soll auch und gerade der Landkreis Schwäbisch Hall, der vor drei Jahren den Betrieb des Hauses ans Schwäbisch Haller Diakonie-Klinikum abgegeben hatte, wieder in die Pflicht genommen werden. Der Kreis soll sich zu seiner Verantwortung als "Träger des Gaildorfer Krankenhauses bekennen".

Aus gutem Grund, denn dieses Bekenntnis beschränkt sich seit der Ankündigung durch das Diak, sich im Sommer aus Gaildorf zurückziehen zu wollen, in dem Bemühen, die kreiseigene Krankenhaus-Immobilie loszuwerden.

Dass nun die Suche nach einem neuen externen Träger hinter verschlossenen Türen abläuft, haben die fünf BI-Sprecher - neben Cornelia Dähmlow, Initiatorin der Protestaktion, Dr. Faranak Burr, Karl-Dieter Diemer, Dr. Ulrich Bauer und Karl Eichele - kein Verständnis. Sie befürchten, dass auf diese Weise vollendete Tatsachen geschaffen werden, die dem Klinik-Standort Gaildorf schaden könnten. Kreiskämmerer Werner Schmidt hat diese Vermutung während der von Cornelia Dähmlow einberufenen Informationsveranstaltung vor mehr als 500 Bürgerinnen und Bürgern klar verneint . . .