Gaildorf Beseelt dem Licht entgegen

Gaildorf / GB 15.10.2014
Ein Konzert und eine Glaubensfeier gleichermaßen zelebrierten "Feel the Gospel" am vergangenen Sonntag in der Gaildorfer Stadtkirche.

"Feel the Gospel" nennen sie sich "Fühle das Evangelium", und man sah es ihnen an. Beseelte, hingebungsvolle Gesichter, der ganze Chor unisono in seinen Bewegungen, sangen sich die jugendlich bis erwachsenen Sänger in ihren roten Gewändern "dem Licht entgegen". So der Titel ihres Programms, das sie am Sonntagabend in der Gaildorfer Stadtkirche - als Gospelchor auf englisch "Into the Light" - auf Einladung Manfred Probsts von der evangelischen Kirchengemeinde zelebrierten.

Und feiern wollten sie ihren Glauben mit dem Publikum, was im ersten Lied "Come celebrate" auch ohne nachträgliche Ansage ankam. Ohne ihre erkrankte Dirigentin Christine Maihöfer, jedoch mit vollem Körpereinsatz des Leiters und Keyboarders der vierköpfigen Begleitband Thomas Baur, der nebenbei auch mit kurzen "Shouts" den Chor anfeuerte, schafften sie es, in beeindruckender Harmonie und homogener Stimmlichkeit und Dynamik sowohl zeitgenössische Stücke, als auch das einzige wohl allen Konzertbesuchern bekannte "Oh happy day" mitreißend darzubieten.

Von behaucht und sanft gesungenen, nachdenklichen Stücken wie "The Servants Prayer" (Des Dieners Gebet) und "I heard the voice" (Ich hörte die Stimme) bis poppigen wie das "Shake off" - mit der Botschaft, alles Belastende von sich zu schütteln, und einmal auch mit lateinamerikanischem Rhythmus bei "He reigns" (Er regiert) zeigten die Sänger sich mal in sich gekehrt, mal sehr temperamentvoll.

Viele Soloeinlagen bereicherten die Darbietungen und zeugten von der langen Erfahrung des sich aus dem Kinderchor der Kirchengemeinde Lindach/Mutlangen heraus entwickelnden Chors. "Maxi, Jule und Kathrin waren unter den Solisten" - irgendwann verlor der Ansager den Überblick. Vielmehr formulierte er als Ziel, dass auch die Zuhörer den Gospel fühlen sollen.

So wurde zum letzten Stück "Put a little Love in your Heart" mit dem Publikum der Refrain eingeübt und, da es sich im Stehen besser singen lässt, die "standing ovations" singend dargebracht. Das begeisterte Publikum wollte sich dennoch eine Zugabe erklatschen und wurde mit "I give you my life" (Ich geb` dir mein Leben) belohnt.