Energie Beim Endspurt glühen die Netzwerke

Im Probebetrieb: Die Gaildorfer Windräder rotieren derzeit nur sporadisch.
Im Probebetrieb: Die Gaildorfer Windräder rotieren derzeit nur sporadisch. © Foto: Horst Ettensberger
Gaildorf / Richard Färber 11.01.2018
Am Montag endete das Online-Voting der Greentec-Awards. Die Finalisten werden am 16. Januar bekannt gegeben. Die Gaildorfer Wasserbatterie zählt im Wettbewerb um den weltweit bedeutendsten Umweltpreis zu den Favoriten.

Wer die Online-Abstimmung der diesjährigen Greentec-Awards  verfolgt hat, konnte am Montag Zeuge eines Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen der Gaildorfer Wasserbatterie und einer für Solarpanele entwickelten Reinigungsbeschichtung werden. Dass das Gaildorfer Projekt einer der Favoriten sein würde, hatte sich früh abgezeichnet. Die Wasserbatterie rangierte im Wettstreit mit einer Stromsharing-Plattform stets auf Platz eins oder zwei, bis zuletzt die MWK Bionik mit ihrem Produkt aus der Deckung kam – am Schluss ging’s um einen Prozentpunkt.

Die Gewinner der Umweltpreise stehen damit allerdings noch lange nicht fest. Auch das Online-Voting selbst ist noch nicht abgeschlossen. Aktuell würden die abgegebenen Stimmen überprüft, erklärte gestern Andreas Maechler, Pressesprecher der Greentec-Awards auf Anfrage. Das Ergebnis werde am 16. Januar bekannt gegeben.

Dann stehen auch die anderen beiden Finalisten der neun Hauptkategorien mit jeweils zehn Nominierten fest. Sie werden von einer 75-köpfigen Jury gekürt, in der neben allerlei Prominenz aus Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Medien auch ausgewiesene Experten sitzen. Auch diese Abstimmung erfolgt online. Die Gewinner der einzelnen Kategorien werden dann Ende Februar in einer finalen Jurysitzung in Berlin festgelegt. Die Bekanntgabe erfolgt allerdings erst zweieinhalb Monate später im Rahmen einer Gala zur Eröffnung der IFAT, der Weltleitmesse für Umwelttechnologie in München. Der gesamte Wettbewerbsprozess wird vom TÜV Nord und dem WWF Deutschland überwacht.

Bei der Max Bögl Wind AG, die die Anlage in Gaildorf baut, hängt der Gala-Smoking also vorerst noch im Schrank. Die Firma hatte sich allerdings auch nicht in Eigeninitiative beworben, sondern auf Aufforderung „aus „Greentec-Award-Kreisen“ (wir haben berichtet). Schon die Nominierung an sich kann als Erfolg gewertet werden: Die Greentec-Awards, die seit 2008 vergeben werden, gelten als der wichtigste Umweltpreis der Welt.

Glühende Netzwerke

Das Auf und Ab am Schluss der öffentlichen Abstimmung lässt freilich auf glühende Netzwerke schließen – was durchaus gewollt ist. In der laufenden Abstimmung wurde der Stand stets aktuell in Prozentangaben wiedergegeben, sodass auf einen Blick zu erkennen war, wer vorne lag. Man wolle den Bewerbern damit nicht nur den Stand mitteilen, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, aktiv um Stimmen zu werben, erklärt Maechler.

Weil die Verifizierung des Online-Votings noch nicht abgeschlossen ist, weiß man bei den Greentec-Awards auch noch nicht, wie viele Menschen sich konkret an den Online-Votings beteiligt haben. Im letzten Jahr, so Maechler, hätten rund 100 000 Menschen ihre Stimme abgegeben. Sicher benennen könne man aber die Reichweite: Abgestimmt wurde in 132 Ländern.

Probezeit dauert etwas länger

Seit 18. Dezember sind die Windräder des Gaildorfer Naturstromspeichers offiziell am Netz. Allerdings rotieren sie nur sporadisch. Die Stillstandzeiten seien dem Probebetrieb geschuldet, erklärt Nancy Fürst von der Max Bögl Wind AG. Da es sich um eine Prototypanlage handle, dauere diese Probezeit auch etwas länger. Der Protoyp besteht aus vier Windkraftanlagen mit integrierten Wasserspeichern, die mit einem Pumpspeicherkraftwerk im Tal verbunden sind. Sie kann Strom auch dann liefern, wenn Flaute herrscht. rif

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