Gschwend Beim Breitbandausbau wird „auf Sicht“ gefahren

Glasfaser statt Kupfer: In vielen Gemeinden werden derzeit Leerrohre für den Ausbau der Breitbandversorung gelegt.
Glasfaser statt Kupfer: In vielen Gemeinden werden derzeit Leerrohre für den Ausbau der Breitbandversorung gelegt. © Foto: Archivfoto: dpa
Gschwend / Richard Färber 13.06.2018
Der Gschwender Gemeinderat vergibt die Planung. Auch Kritik an der Förderpolitik wird laut.

Der Gschwender Gemeinderat hat am Montag die Breitbandplanung an die Westhausener Firma Geo Data vergeben. Das Unternehmen, das in der letzten Sitzung vorgestellt wurde, ist in Sachen Beratung, Planung und Erstellung von Breitbandnetzen bereits in zahlreichen anderen Gemeinden und Landkreisen aktiv (wir haben berichtet). Der Auftrag beinhaltet eine Schätzung der Kosten, die für den Aufbau eines kommunalen Breitbandnetzes fällig werden. Geo Data wird außerdem eine Ausbaustrategie für die Gemeinde Gschwend entwickeln sowie die Unterlagen erarbeiten, die für den Antrag auf Breitbandförderung beim Land Baden-Württemberg benötigt werden. Die Kosten für diese Planung lägen bei etwa 12 000 Euro, erklärte Bürgermeister Christoph Hald. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

In der kurzen Diskussion wurde freilich auch Kritik an der Förderpolitik laut. „Von Bund und Land muss mehr kommen“, sagte Karl Altvater und Hald stimmte zu. Beim Ausbau des Breitbandnetzes werde mit Preisen kalkuliert, die vor drei Jahren aktuell gewesen seien. Seitdem hätten sich die Preise indes drastisch erhöht, zum Teil habe man es mit Preissteigerungen um 100 Prozent zu tun. Hald spricht von „Marktversagen“. Der Begriff definiert ein Ungleichgewicht: Um das Ziel, die flächendeckende Verbesserung der Breitbandverbindungen, zu erreichen, werden die Akteure, in diesem Fall die Gemeinden, finanziell schlechter gestellt.

Für den Ausbau der Breitbandversorgung in Gschwend stehen aktuell Haushaltsmittel in Höhe von 200 0000 Euro zur Verfügung. Die Förderung erfolgt pro Trassenmeter. Einen „Fördertatbestand“ gebe es schon, erklärt Hald: Für das Baugebiet „Mai­äcker II“ sei die Fima Geo Data bereits mit der Planung beauftragt worden.

Im Zuge des Breitbandausbaus wird das kommunale Netz mit der sogenannten „Backbone“-Trasse verbunden, die durch den Landkreis gezogen wird. Die im Grundsatz beschlossene Umsetzung in Gschwend wird sukzessive erfolgen, Jahr für Jahr. „Wir fahren auf Sicht“, sagt Hald.