Bei Robben und Pinguinen

Wusste viel Interessantes über ihre Reise in die Antarktis zu berichten: Annemarie Lohding. Foto: Rainer Hasenmaier
Wusste viel Interessantes über ihre Reise in die Antarktis zu berichten: Annemarie Lohding. Foto: Rainer Hasenmaier
RAINER HASENMAIER 07.05.2012

Annemarie Lohding war auf großer Fahrt, weit weg vom heimischen Sulzbach-Laufen, sehr weit weg: Sie erkundete die Antarktis und berichtete darüber ihm Rahmen der beliebten "Unterwegs"-Reihe der Kulturschmiede Gaildorf im "Häberlen". Dazu hatte sie eindrucksvolle Bilder mitgebracht.

Es war eine Expeditions-Kreuzfahrt zur Antarktis, eine Kreuzfahrt ohne das übliche Remmidemmi mit Animateuren und dergleichen. Stattdessen informierten verschiedene Dozenten die Passagiere der "Bremen", zum Beispiel ein Meeresbiologe und ein Ornithologe über die Pflanzen- und vor allem die Tierwelt der Antarktis.

Unvergesslich, wie der Kapitän einen Eisberg umschiffte, dahinter die imposanten Gletscher, die die Passagiere dann in kleinen Gruppen auf Trampelpfaden bestiegen, vorbei an verschiedenen Pinguinarten wie die Eselspinguine, die gerade brüteten oder schon ihre Jungen fütterten, die wie Wollknäuel aussehen. In dieser kargen Landschaft "polstern" die Pinguine übrigens ihre Nester mit Steinen. Ein eindrucksvolle Bild dokumentiert ihre Spuren im Sand, im Hintergrund die schneebedeckten Berge.

In kleinen Gruppen konnten die Passagiere die südgeorgischen Inseln betreten. Dazu mussten sie sich verpflichten, nichts mitzunehmen, nicht einmal einen Kiesel. Auch ist es strengstens untersagt, dort etwas liegenzulassen, um das Ökosystem nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Höhepunkte dieser eindrucksvollen Tour waren auch die Magellan-Gänse, die Kormorane, die beim Fischen beobachtet werden konnten, die See-Elefanten, ein seltener weißer Seebär, eine Seebärin mit ihrem kurz zuvor geborenen Baby oder der Scheidenschnabel, ein schneeweißer Vogel ohne Schwimmhäute.

Die interessierten Zuhörer erfuhren auch, dass die offenbar zu groß gewordene Population der Rentiere reduziert werden soll, die Ratten sich zur Plage entwickelt haben und Vogeleier beziehungsweise Vogeljunge fressen, und dass sich Pinguine vor allem von Krill und Krebsen ernähren.

Schnappschüsse zeigten einen Pinguin mit einem wie zum Wegweiser gewinkelten Stummelflügel oder mehrere Tiere zwischen markierten Seemannsgräbern am Strand. Augenfällig auch der Gegensatz zwischen fantastischer Natur und Schiffsschrott am Strand. Abenteuerliche Momente erlebte Annemarie Lohding abschließend am Kap Horn während eines Orkans, als das Schiff zehn Meter hohen Wellen zu widerstehen hatte. - Mit herzlichem Beifall dankten die faszinierten Zuhörer der Referentin. Übrigens: Die nächste Reise mit Annemarie Lohding führt in ruhigere Gefilde - nach Polen.