1000 und eine Nacht - so lautete in diesem Jahr das Motto der Limpurger Fasnet. Die Gäste des TSV Gaildorf genossen einen bunten Mix aus Unterhaltung und Tanz in der Welt des Orients. Schon beim Betreten der Halle und mit Blick auf die Dekoration war klar: Die Macher hatten sich wieder einmal selbst übertroffen. Viel Gold in der Deko, dazu eine liebevoll eingerichtete Wüstenbar und eine prunkvolle Palastbar sorgten schon vorab für das stilechte, stimmungsvolle Ambiente.

Turbulente Momente mit viel Tanz und Musik

Nach dem Einzug der Garden gestalteten traditionsgemäß die Bambinis der Schlossgarde den Auftakt. Unter dem Motto "Zeitreise" tanzten sie sich mit Hits wie "We will rock you", "Night Fever" oder "Macarena" durch die Musik(zeit)geschichte. Auch die anderen Altersgruppen der Garde überzeugten: Die "Schlosselfen" präsentierten erstmals ihren neuen Gardetanz zu einem "Höhner"-Medley, die "Schlossfalken" zeigten ihren Tanz zu "Second Cut" und schließlich die Schlossgarde selbst, die neben ihrem Gardetanz - der beim Jugend-Eurocup die erste Bewährungsprobe zu bestehen hatte - das Publikum vor allem mit ihrem Bollywood-Showtanz nach der Musik von Soni Soni zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss.

Natürlich durften die Tanzmariechen nicht fehlen, in diesem Jahr Kim Feyl, Jessica Nick und Magdalena Rudolph, die auch viele turnerische Elemente in ihre Darbietungen einflochten.

Mit den Aktiven des "Sulzbacher Carnevalsvereins" konnten echte Faschingsprofis verpflichtet werden. Sebastian Kurz als Sultan sowie Jennifer Hellmann und Bianka Mücke als Haremsdamen boten eine perfekte Performance in der Bütt. Die "Stäffeleshexen" überzeugten durch sportlich-akrobatische Auftritte und einen Hauch von alemannischer Fastnacht. Christian Runkel, die Kölner Frohnatur, die sich längst in ihrer zweiten Heimat, dem Limpurger Land, wohlfühlt, versetzte das Publikum mit seinen Kölner Partyhits in die Hochburg des Karnevals am Rhein.

Wenn man "Sister Act" hört, denkt man zunächst nicht an Fasching, sondern an Nonnen, Klöster und Choräle. Die "Disco Queens of Angels" des VfR Altenmünster zeigten den Besuchern, dass dieses Motto durchaus auch faschingstauglich ist. In einer perfekten Kombination aus Tanz, Theater und Playbackgesang wussten sie zu begeistern. Absolutes Highlight war der Auftritt der "Kolpingsultaninen": Das Männerballett der Kolpingfamilie Gaildorf, fester Bestandteil der Limpurger Fasnet, brachte mit seinem Auftritt zum Thema "Sauerstoffarme Dunkelheit" die Halle zum Kochen.

Und dann das Rotkäppchen: Die Landjugend Oberrot zeigte eine neue und pfiffige Interpretation dieses Märchens. Einen Hauch von Orient zauberte "Stella Luna", eine Bauchtänzerin aus Weißbach, in den Saal. Die junge Künstlerin, die diese Form des Tanzes seit gut fünf Jahren betreibt, ließ vor allem die Herzen der männlichen Besucher höher schlagen.

„Fußballgott Josef“ thront auf dem „Blatterhorn“

Aber auch zwischen den Programmpunkten wurden die Lachmuskeln kräftig beansprucht. So musste Bürgermeister Frank Zimmermann zusammen mit TSV-Vize Udo Pätzold und Sven Lichtwark, Geschäftsstellenleiter der VR-Bank, den "Fußballgott Josef", der auf dem "Blatterhorn" lebt wie einst Zeus auf dem Olymp, um ein Fußballstadion bitten, damit der TSV Gaildorf endlich ein seinen Ansprüchen und Leistungen gerechtes Spielfeld bekomme. Am Ende hat es zwar kein Stadion gegeben, dafür aber drei Kamele, die ja das Stadion bauen könnten.

Nach dem Programm, das von den Gästen mit kräftigem Applaus belohnt wurde, sorgte die Band "One Night Stand" dafür, dass bis spät in die Nacht das Tanzbein geschwungen werden konnte.