Kunst Beate Schaffitzel und Elfi Frank zeigen Aktbilder in Gaildorf

Gaildorf / KARL-HEINZ RÜCKERT 26.04.2013
Aktbilder prangen an den Wänden und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Am Freitag eröffneten Beate Schaffitzel und Elfi Frank in der Gaildorfer Kulturkneipe Häberlen ihre Ausstellung "Nackte und Nanas".

Vorsichtig kommentierten die beiden Künstlerinnen ihre Exponate mit üppigen femininen Rundungen und maskuliner Ästhetik. Abstrakt verfremdet, teils farblich überzeichnet, stießen beide bei ihrem künstlerischen Schaffen an die Grenzen der Anatomie und bedauerten augenzwinkernd, im Biologieunterricht nicht besser aufgepasst zu haben. Im nächsten Atemzug versicherte Elfi Frank den Besuchern der Vernissage von "Nanas und Nackte" in der Gaildorfer Kulturkneipe Häberlen, die Ausstellung umfasse nur Teile, die man sich zu zeigen trauen könne.

Für die Aktbilder in unterschiedlichen Techniken standen Schaffitzel und Frank bei dem einwöchigen Seminar in der letzten Sommerakademie fünf ebenso unterschiedliche Modelle zur Verfügung. Unter der künstlerischen Anleitung von Michael Klenk entstanden auf diese Weise "wilde Ölgemälde", Aquarelle, Pastellkreidezeichnungen, Bilder in Acryltechnik und Drucke, sogenannte Monotypien.

Elfi Frank und Beate Schaffitzel verbindet mehr als ihre künstlerische Kreativität. Beide sind in Sulzdorf aufgewachsen, sich aber bewusst erst auf der Realschule in Hall begegnet. Dann verloren sie sich aus den Augen. Vor zehn Jahren trafen sie sich bei einem Bauchtanzkurs wieder und stellten fest, dass ihre künstlerischen Interessen immer noch dieselben sind, erinnert sich Beate Schaffitzel.

Der Weg des weiteren gemeinsamen Schaffens war damit vorgezeichnet. Doch beim Zeichnen und Malen blieben beide nicht stehen. In einer Kur hat sich Elfi Frank an Skulpturen gewagt und eine Nana-Figur gefertigt, frei nach den Vorbildern von Niki de Saint Phalle.

Damit war das nächste gemeinsame Kunstprojekt geboren. Im Gasthaus Adler in Spöck veranstalteten Frank und Schaffitzel an zwei Samstagen einen Nana-Workshop. Zehn Frauen sind der Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt und haben mit viel Papier, Leim und Kreppband bunte üppige Frauenkörper geformt. Die Skulpturen der Teilnehmerinnen ergänzen nun die Ausstellung in der Kulturkneipe. Erst wenn sich die Augen von den Gemälden an der Wand gelöst haben, entdeckt man die kleinen Charakter-Kunstwerke auf den Fensterbänken.

Getragene Gitarrenmusik und bluesiges Klavierspiel von Tim Schaffitzel und Max Frey umrahmten die Ausstellungseröffnung. Der musische Beitrag rundete die angenehme, fast familiäre Atmosphäre in der Kneipe trefflich ab.