Windkraft Baustart für Naturstromspeicher

Nach den archäologischen Untersuchungen in der Rotaue für den im Tal gelegenen Kraftwerksstandort im Juli beginnt nun der Bau der Fundamente für die vier großen Windkraftanlagen auf dem Höhenzug über Gaildorf. Archivfoto: Richard Färber
Nach den archäologischen Untersuchungen in der Rotaue für den im Tal gelegenen Kraftwerksstandort im Juli beginnt nun der Bau der Fundamente für die vier großen Windkraftanlagen auf dem Höhenzug über Gaildorf. Archivfoto: Richard Färber © Foto:  
PETER LINDAU 20.10.2015
Vier gigantische Windkraftanlagen sollen künftig auf dem Höhenzug über Gaildorf so viel elektrische Energie erzeugen, dass man damit fast die ganze Stadt versorgen könnte. Baubeginn soll morgen sein.

Im ganzen Land entstehen derzeit neue Windkraftanlagen. Viele Projekte werden kritisch betrachtet und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hinterfragt - so auch in Gaildorf (wir berichteten). Im Vergleich mit den anderen Bauvorhaben verfügt das "Naturstromspeicher Gaildorf" genannte Vorhaben über ein Alleinstellungsmerkmal.

Weltweit einzigartig an der Gaildorfer Anlage ist der Versuch, bewährte Technologien zu vereinen, um elektrische Energie über Windkraft zu produzieren und gleichzeitig Strom speichern zu können. Letzteres soll über die Nutzung von Wasserkraft erreicht werden.

In den Sockeln der Windkraftanlagen wird Flüssigkeit gespeichert, die bei Bedarf im Tal durch die Turbinen eines Kraftwerkes strömt. Die Tanks können wieder gefüllt werden. So stehen bis zu 16 Megawatt an elektrischer Leistung zur Verfügung, informiert die Projektgesellschaft MBS Naturstromspeicher GmbH. Für den Wirkungsgrad des im Fachjargon "Stromverlagerung" genannten Verfahrens, geht man von 80 Prozent aus. Über weitere technische Details berichtet das Unternehmen auf seiner Homepage "www.naturstromspeicher.de".

Mit einer E-Mail hat die MBS Naturstromspeicher GmbH gestern informiert, dass das Landratsamt Schwäbisch Hall mit der "offiziellen Teilbaufreigabe" grünes Licht zum Baubeginn für das Projekt gegeben habe. Wie geplant, starte am morgigen Mittwoch der erste Bauabschnitt mit den Aushubarbeiten an den vier Standorten der Windenergieanlagen mit den vermutlich weltweit höchsten Blattspitzen. Danach werde die so genannte Sauberkeitsschicht eingebracht. Darunter versteht man eine Betonschicht, die nach dem Erdaushub eine ebene, saubere Fläche schafft, um die weiteren Arbeiten zu ermöglichen.

Am Mittwoch, 28. Oktober, möchte die Projektgesellschaft im öffentlichen Teil der nächsten Sitzung des Gaildorfer Gemeinderats über den erfolgten Baustart und den vorgesehenen weiteren Bauablauf informieren. Außerdem sei für November eine Informationsveranstaltung geplant, in der sich interessierte Bürger über den Baufortschritt und die anstehenden Gewerke informieren können.