Natur Nachhaltigkeitspreis für Kräuterrundgang

Abtsgmünd / swp 12.04.2018
Umweltminister Franz Untersteller überreicht eine Auszeichnung an die Gemeinde Abtsgmünd. Der alljährliche Wildblumensommer soll auch auf die Themen Artenvielfalt und Insektensterben aufmerksam machen.

Seit März 2017 zeichnet das Nachhaltigkeits-Netzwerk Baden-Württemberg die „HeldeN!-Tat des Monats“ aus. Für Juli 2017 wurde der „Kräuterrundgang auch für die ganz Kleinen“, der im Rahmen des Abtsgmünder Wildblumensommers angeboten wurde, prämiert. Auf der Stuttgarter Frühjahrsmesse übergab nun Landesumweltminister Franz Untersteller die Auszeichnung an Abtsgmünds Bürgermeister Armin Kiemel und dessen Stellvertreter Armin Friedrich.

„HeldeN! der Tat sind Akteure aus Baden-Württemberg, die Nachhaltigkeit in unserem Land voranbringen und Tag für Tag nachhaltige Aktivitäten umsetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das großgeschriebene „N“ steht dabei für „Nachhaltigkeit“. Untersteller dankte den Preisträgern für deren „außergewöhnliches, nachhaltiges Engagement, das einen wichtigen Teil dazu beiträgt, die Idee der Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg voranzutreiben“. Bürgermeister Kiemel und Stellvertreter Friedrich nahmen die Urkunde für den Kräuterrundgang entgegen, der am 22. Juli 2017 auf dem Koiserhof stattgefunden hat.

Ziel der Aktion war es, den kleinen und großen Teilnehmern spielerisch die heimischen essbaren Wildkräuter und deren Verwendung zu vermitteln. Neben „wildem“ Brotaufstrich wurde dabei auch Blütenlimonade zubereitet.

Umrahmt wird der Wildblumensommer von rund 40 Begleitveranstaltungen, Führungen und Workshops, die Interessierten die Themen Artenschutz und Nachhaltigkeit näherbringen sollen.

Den Abtsgmünder Wildblumensommer gibt es in diesem Jahr bereits zum vierten Mal. Von Mai bis Oktober blühen auf mehr als 70 Wiesen mit einer Fläche von über 50 000 Quadratmetern farbenprächtige ein- und mehrjährige Wildblumen in der gesamten Gemeinde. Sie sehen nicht nur schön aus, sondern bieten auch Nahrungs-, Nist- und Rückzugsmöglichkeiten für Insekten und Vögel. Heute wachsen auf Wiesen und in Gärten meist nur noch wenige Arten. Das führt dazu, dass Insekten und Vögel immer weniger Nahrung haben und im schlimmsten Fall aussterben. Die Anzahl der Insekten ist in den zurückliegenden 30 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen. Die Wissenschaft ist sich einig, dass ohne Insekten ein dauerhaftes Überleben der Menschen nicht möglich wäre. „Vor vier Jahren hat sich die Gemeinde zum Ziel gesetzt, mit den Wildblumenwiesen zur Artenvielfalt beizutragen und vielfältige Lebensräume zu schaffen“, erläutert Bürgermeister Armin Kiemel. „Zudem haben wir ein umfangreiches Begleitprogramm entwickelt. Dass wir nun stellvertretend für die vielen Aktionen die Auszeichnung für den Kräuterrundgang erhalten, freut mich sehr und es zeigt mir, dass wir mit unserem Konzept des Wildblumensommers auf dem richtigen Weg sind.“