Tierseuche Ausbruch hätte „verheerende Folgen“

Für Wildschweine endet eine Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest tödlich.
Für Wildschweine endet eine Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest tödlich. © Foto: dpa
Landkreis Hall/Ostalbkreis / Jochen Höneß 04.08.2018
Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest werden im Landkreis Hall und im Ostalbkreis 17 Verwahrstationen für Wildabfälle errichtet. Das Land will für den Ernstfall gewappnet sein.

Die Angst vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland ist weiter groß – und durchaus begründet, wie das aktuelle monatliche Bulletin des Friedrich-Loeffler-Instituts zeigt: Die Bundesoberbehörde mit dem Schwerpunkt Infektionskrankheiten bei landwirtschaftlichen Nutztierarten hat für die Tierseuche die höchste Warnstufe ausgegeben. Im Juni wurden etwa in Rumänien, Ungarn, Polen und den baltischen Staaten mehrere Hundert infizierte Tiere registriert. Die Zahlen steigen sowohl bei den Wild- als auch bei den Hausschweinen. Das Virus ist also nicht mehr weit von der deutschen Grenze entfernt. Käme es hierzulande zu einem Ausbruch, hätte das dem Institut zufolge „verheerende Folgen für Tiergesundheit und Handel“.

Kampf gegen Einschleppung

Bund und Länder teilen diese Einschätzung; die zuständigen Ministerien haben seit dem Vorjahr ein ganzes Bündel an Maßnahmen beschlossen, um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Unter anderem darf Schwarzwild länger und stärker bejagt werden. Zudem werden in ganz Baden-Württemberg sogenannte Verwahrstationen für Wildabfälle eingerichtet, in die infizierte Tierkadaver gebracht werden können. Allein im Landkreis Schwäbisch Hall soll es zehn solcher Stationen geben, im Ostalbkreis sieben. Teilweise stehen die Standorte bereits fest oder sind die Verwahrstellen schon betriebsbereit.

Nach Auskunft des Landratsamts finden sich im Landkreis Hall Stationen in Bühlertann, Fichtenau, Frankenhardt, Gera­bronn, Kreßberg, Mainhardt, Rot am See und Schrozberg. In Untermünkheim steht die Verwahrstelle kurz vor der Fertigstellung, in Oberrot befindet sie sich noch in der Planungsphase. Außerdem gibt es eine bereits bestehende Sammelstelle in Sulzdorf.

Im Ostalbkreis hat der Gschwender Gemeinderat kürzlich sein Einvernehmen zur Errichtung einer solchen Verwahrstation auf gemeindeeigenem Gelände angrenzend an den Bauhof erteilt. Weitere Orte sind Aalen, Abtsgmünd, Bopfingen, Ellwangen, Neresheim und Schwäbisch Gmünd. In Aalen wird die bestehende Tierkörperbeseitigungsanlage entsprechend hochgerüstet, erklärt Susanne Dietterle, die Leiterin der Pressestelle im Landratsamt des Ostalbkreises – die Anlage muss unter anderem über eine Kühlung und einen wildtiersicheren Verschluss verfügen. Im Ostalbkreis betragen die Kosten für alle sieben Verwahrstationen rund 200 000 Euro, wovon das Land etwa die Hälfte übernimmt, rechnet Susanne Dietterle vor. Im Haller Landratsamt heißt es, eine pauschale Aussage zu den Kosten sei nicht möglich.

Die Anlage in Gschwend, über die in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Pause diskutiert wurde, besteht aus einer Fertiggarage mit Containern, Mülleimer und Tiefkühltruhe. Ein Transponderchip regelt den Zugang. Die Hoffnung aller Beteiligten ist jedoch, dass diese Stationen niemals für den Ernstfall gebraucht werden.

Die Afrikanische Schweinepest

Hochansteckend Das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird in den afrikanischen Ursprungsländern von Lederzecken übertragen. In Mitteleuropa wird die hochansteckende Seuche durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren und kontaminierten Produkten oder Gegenständen weitergegeben. Von der ASP sind ausschließlich Haus- und Wildschweine betroffen. Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome und sterben in der Regel binnen zehn Tagen. Aktuell gibt es keinen Impfstoff. ASP ist nicht zwischen Tier und Mensch übertragbar und daher für den Menschen ungefährlich. Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

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