Jubiläum Aus einer Ruine ein Juwel geschaffen

Sulzbach-Laufen / Von Klaus Michael Oßwald 18.09.2017
Vor 25 Jahren wurde der Heimat- und Kulturverein Sulzbach-Laufen aus der Taufe gehoben, um die Schmiedelfelder Schlosskirche zu retten. Dort wurde nun die Gründung gefeiert.

Von Rosemarie Hägele mit viel Liebe zum Detail herbstlich dekoriert worden ist die schmucke Schmiedelfelder Schlosskirche aus besonderem Anlass. An diesem Freitagabend ist das denkmalgeschützte Gebäude aber nicht nur Festsaal, sondern ein Symbol für das, was ein kleiner rühriger Verein zu leisten imstande ist. Denn ohne den Heimat- und Kulturverein Sulzbach-Laufen, der vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben wurde und nun als Jubilar im Mittelpunkt des öffentlichen Lebens steht, wäre dieses kunst- und kulturhistorische Kleinod untergegangen.

Einige Dutzend Menschen sind nun dort versammelt, um den Verein zu feiern. Vorsitzender Peter Kraft blickt „mit Stolz und Freude“ darauf zurück, was nach der Gründung am 22. April 1992 im Sulzbacher „Steinäckerle“ von zunächst 19 und zuletzt mehr als 160 Mitgliedern geleistet wurde. Diese Arbeit beschränkt sich beileibe nicht auf den in Paragraph 2 der Satzung genannten Vereinszweck: „die Förderung, Erforschung und Erhaltung von Sulzbach-Laufener Bau- und Kulturdenkmalen, dörflicher Kultur und örtlichem Brauchtum.“

Als die mit Abstand größte Herausforderung – und eigentlicher Anlass für die Vereinsgründung – ist die zunächst von weiten Teilen der Bevölkerung nicht für möglich gehaltene und am Ende doch gelungene Sanierung der 1594/95 durch das Schenkenpaar Eleonora und Johann von Limpurg erbauten Kirche. Bürgermeister Markus Bock, auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins, zieht mit seinem Grußwort den Hut vor den Mitgliedern, lobt den Einsatz derjenigen, die Tausende von Arbeitsstunden geleistet haben, um das auch überregional historisch bedeutsame Baudenkmal zu retten.

Für den Verein aufgeopfert

Bock wie Kraft erinnern besonders an die „nimmermüde treibende Kraft“, ohne die das Ganze nie hätte verwirklicht werden können: Und so wird diese Feierstunde auch zur Hommage an den Gründungsvorsitzenden und Ehrenbürger Haucke Schmitt, der im Jahr 2006 überraschend verstorben ist. Der habe sich, so Rathaus- chef Bock, über Jahre hinweg mit all seiner Kraft für den Verein und die Schlosskirche aufgeopfert.

Professor Dr. Wolfgang Gilgen, Vorstand und Eigentümer der MBS AG und der einstigen Zähleranstalt Rudolf Köhler (ZARK), lässt es sich nicht nehmen, dem Jubiläumsverein mit einer kurzen Ansprache zu gratulieren. Er erinnert an den Erwerb der Kirche durch ZARK im Jahr 1942, die bis 1974 für die Wartung von Stromzählern genutzten Räume, danach die Nutzung als Lager und schließlich 1994 den Verkauf der Immobilie an den Heimat- und Kulturverein – der wiederum den Veräußerungserlös als Spende verbuchen durfte. Er freue sich, so Gilgen, „dass dieses Juwel für uns und nachfolgende Genera- tionen erhalten werden konnte.“

Bewegte Geschichte

Die arbeitsreiche wie engagierte Geschichte des Vereins ist hinreichend bekannt. Peter Kraft skizziert sie noch einmal. Er berichtet aus der bewegten Vergangenheit des einst auch als Wohnhaus und Brauereigasthof genutzten Anwesens. Er nennt die Namen vieler Mitstreiter: Altbürgermeister Heinrich Krockenberger etwa oder den damaligen Stellvertreter des Landrats, Albert Rothmund, den Bauforscher Dr. Johannes Gromer und viele andere mehr, die das Projekt ermöglicht oder befördert und an seiner Vollendung aktiv mitgewirkt haben.

Die heimelige Atmosphäre dieses Abends wird unterstrichen durch die Beiträge des Posaunenchores unter der Leitung von Fritz Nagel und des Sulzbacher Gesangsquartetts. Vor und nach dem Festakt gibt es Sekt und Häppchen. Und gute Gespräche in dem Raum, der einst fast eine Ruine war und in dem heute sogar Trauungen vollzogen werden.

Info Bericht über die Ehrung langjähriger Mitglieder auf Seite 10. Weitere Berichte über das Jubiläumswochenende folgen.

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