Wissen Aufstiege und verpasste Chancen

An der Station „Blendersaumschlag“ des Kulturweges hatte Naturparkführer Karl Diemer gewissermaßen Heimspiel. Der hauptberufliche Förster konnte leicht erklären, was sich hinter diesem Begriff aus der Waldbewirtschaftung verbirgt. Der Rundweg führt auf 4,5 Kilometern an Themenstationen zur Stadtgeschichte vorbei.
An der Station „Blendersaumschlag“ des Kulturweges hatte Naturparkführer Karl Diemer gewissermaßen Heimspiel. Der hauptberufliche Förster konnte leicht erklären, was sich hinter diesem Begriff aus der Waldbewirtschaftung verbirgt. Der Rundweg führt auf 4,5 Kilometern an Themenstationen zur Stadtgeschichte vorbei. © Foto: privat
Gaildorf / swp 09.04.2018

Dass die Tafeln des Kulturweges manches verschweigen, liegt natürlich zum einen an der beschränkten Zahl der Tafeln, zum anderen an der Vielfalt der Gaildorfer Geschichte. Am alten Bahnübergang der Kochertalbahn in der Kernerstraße auf dem Weg zum Kirgel konnte Diemer dies zum Thema Verkehrsanbindung anschaulich zeigen. „Gaildorf liegt ja leider im Abseits großer Verkehrswege, das haben Sie als Gäste heute ja schon bemerkt“, so Diemer einführend. Dieses Verkehrsabseits wäre Anfang des 20. Jahrhunderts fast dadurch aufgelöst worden, dass Gaildorf zu einem Eisenbahnknoten mit einem Bahnlinienabzweig von der Strecke Stuttgart-Nürnberg bis nach Aalen hätte werden können, das war eines der „verschwiegenen“ Themen.

Viel war bei der Führung von Niedergang und Aufstieg Gaildorfs die Rede. Egal, ob es um die Zerstörung des Pücklerschlosses in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs, den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand vor 150 Jahren oder um aktuelle Entwicklungen wie den Naturstromspeicher ging: Die Gäste konnten die großen Linien der Geschichte Gaildorfs auf diesem Weg gut nachvollziehen, heißt es in der Pressemitteilung des Veranstalters weiter.

Und das bis zur letzten „verschwiegenen“ Station auf dem Rundweg: der ehemaligen Gaildorfer Teefabrik in der Nähe des Centrum Mensch. Hier wurde Tee aus regionalen Rohstoffen erzeugt. „Brombeerblättertee: das wäre was, wenn die Blätter auch weiter hier im Wald gesammelt würden, denn davon gibt es wahrhaftig genug“, meinte zum Schluss Naturparkführer Karl Diemer, der im Hauptberuf als Förster in Gaildorf arbeitet. Er lud bei dieser Gelegenheit zu den weiteren wöchentlichen Angeboten der Naturparkführer ein.