Jahresfeier beim FC Ottendorf Aufmunterung für die B-Ligisten

Gaildorf / Petra Natzkowski-Rieder 06.12.2018
Es geht das Gerücht, dass die Ottendorfer zu feiern verstehen. Bei der Jahresfeier des FC Ottendorf zeigte sich, dass dieses Gerücht durchaus der Wahrheit entspricht.

Kein Platz blieb am Samstagabend unbesetzt, obwohl selbst die letzten Stuhlreserven aufgeboten wurden. Bürgermeister Frank Zimmermann, sein Stellvertreter Heinrich Reh, Stadträte, Bezirksbeiräte und das „Spitzenpersonal“ sämtlicher Ottendorfer Vereine feierten mit. Der Vorsitzende Frank Stettner durfte auf seine große Vereinsfamilie stolz sein. Bevor das Programm begann, gedachten die Anwesenden des am 12. November tödlich verunglückten Jan Gornecki. Der FCO habe einen liebenswerten Menschen und guten Freund verloren. Mit den Worten „auch heute wirst du bei uns sein“, hängte Frank Stettner ein Bild des verstorbenen Mittelfeldspielers an die Wand neben der Bühne.

Die Ersten, die nach der Begrüßung die Bühne erobern durften, waren die Kleinsten im Verein: die Mädchen und Jungen der Eltern-Kind-Gruppe. Wer es geschafft hatte, dem Sandmann zu trotzen, der zog unter den Klängen von „Eye of the Tiger“ sicher an der Hand von Mama oder Papa im Triumph in die Halle ein. Mit ihrer Rettungsaktion für Kuscheltiere spielten sich die Knirpse direkt in die Herzen der Zuschauer. Altersmäßig – und auch im Programm – die Nächsten waren die Kinder vom Kinderturnen. Sie zeigten als „Sportinatoren“, wie fit sie sind.

„Überregional“ sind seit Neuestem die Jazz-Mädels, die im Abendprogramm mit drei Gruppen vertreten waren: Die Minis von der ersten bis zur vierten Klasse bekommen seit wenigen Wochen Unterstützung aus Rosengarten. Das Publikum konnte sich davon überzeugen, dass die Gruppe in der kurzen gemeinsamen Trainingszeit sehr fleißig gewesen war. Beeindruckend auch die Jazz-Teens mit ihrer Choreografie zu Melodien von Michael Jackson.

Wimmelte es bei den Minis noch auf der Bühne vor lauter kleinen Tänzerinnen, so war die Bühne bei den Maxis ab 14 Jahren bedeutend leerer. Fünf Tänzerinnen sind den Jazz-Mädels über die Jahre treu geblieben. Wegen eines krankheitsbedingten Ausfalls konnten sie am Abend nur zu viert, gekonnt und ausdrucksstark, die Zuschauer im Saal verzaubern.

Querschnitt des Vereinslebens

Zwischendurch mutierte die Halle zum Kinosaal. Da es den Veranstaltungsrahmen gesprengt hätte, wenn jede Gruppe sich mit einem Programmpunkt vorgestellt hätte, wurde in aller Kürze ein bunter Querschnitt durch das vielfältige Vereinsleben gezeigt. Unterbrochen wurde die Präsentation von Turngruppen, Fußballabteilung, Oldienacht, Hüttenzauber oder Schnitzelessen durch Werbeeinblendungen, die dem Publikum die Lachtränen in die Augen trieben. Eines wurde beim Betrachten des Filmes ganz deutlich: Der FCO ist ein Verein für alle Altersstufen. Von den jüngsten Ottendorfern bis zu den höheren Jahrgängen – in der großen, bunten Vereinsfamilie findet jeder seinen Platz.

Aber nicht nur der Zusammenhalt im Verein wird großgeschrieben. In Ottendorf unterstützen sich die Vereine gegenseitig. So betreuten Mitglieder des Liederkranzes die Küche und kümmerten sich um die Verpflegung der zahlreichen Besucher. Einige der Sänger beratschlagten lautstark auf der Bühne, wie sie den Fußballern des FCO unter die Arme greifen könnten, damit diese endlich wieder aus dem Tabellentief kämen. Da sich die Winterpause nicht bis in den Oktober hinein verlängern lässt, entschieden sie sich am Ende für das, was sie am besten können: moralische Unterstützung mit aufmunternden Liedern.

Dorfleben kommentiert

Wenn auch das aktuelle Punktekonto der Fußballer nicht zur Zufriedenheit des Liederkranzes ausfällt, über die Spielfreude der Aktiven bei der Jahresfeier ließ sich nicht meckern. Mit Szenen vom „stillen Örtchen“ und dem Bau des Vereinsheimes sowie der Zugabe mit „Cordula Grün“ trafen sie zielgenau den Geschmack der Zuschauer und hatten die Lacher auf ihrer Seite.

Johlenden Beifall erhielten auch die älteren Herren Frank Stettner und Matthias Berger bei ihrem Plausch auf dem Friedhof in ferner Zukunft. Mögen auch Gehör und Schnelligkeit mit den Jahren dereinst nachlassen, ihr freches Mundwerk haben sich die beiden zum Glück erhalten. Genüsslich – und vor allem lautstark – wurden alte Erinnerungen ausgegraben und neuere Ereignisse kommentiert.

Nach dem Ende des Programms durften die Gewinner der Tombola ihre Preise in Empfang nehmen. Die Öffnung der Bar sorgte dafür, dass, auch wenn sich die Reihen allmählich lichteten, fröhlich weitergefeiert wurde.

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