Pilotprojekt Auf der Baustelle rollen Lastwagen im Minutentakt

Gaildorf / Peter Lindau 28.09.2017
Die Türme der kombinierten Wind- und Wasserkraftanlage wachsen schnell in den Himmel. In wenigen Tagen wird die erste Generatorgondel angeliefert.

In wenigen Tagen wird für das Gaildorfer Pilotprojekt Naturstromspeicher ein zentrales Bauteil geliefert. Es handelt sich um eine Generatorgondel des Herstellers General Electric. Die Anlage kann maximal 3,4 Megawatt elektrische Leistung liefern. Die Gondel soll die Baustelle in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober erreichen und wird „voraussichtlich bereits am 5. oder 6. Oktober montiert“, berichtete gestern Nancy Fürst von der im bayerischen Neumarkt ansässigen Baufirma Max Bögl.

Auch auf der Großbaustelle im Tal geht es zügig voran. Zwischen Gaildorf und Unterrot entsteht ein Speicherbecken. Dieses soll die maximal zur Verfügung stehenden 160 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen, die in den Sockeln der Windtürme gespeichert sind. Sobald die Absperrventile geöffnet werden, schießt dieses Wasser mit einem Druck von 29 bar in die im Tal gelegene Turbine und erzeugt über einen Generator zusätzlich Strom.

Technisches Neuland

So viel zur Theorie. In der Praxis müssen für das Projekt viele Dinge neu entwickelt werden. Das gilt zum Beispiel auch für die 3,2 Kilometer lange Leitung aus Spezialkunststoff zwischen den Windtürmen und dem Kraftwerk. Der Außendurchmesser der Druckleitung wird etwa zwei Meter betragen. Laut Nancy Fürst soll die Verlegung im März 2018 starten, „wenn kein Bodenfrost besteht“.

An dem mittlerweile unter dem Begriff „Wasserbatterie“ vermarkteten Projekt bestehe weltweites Interesse, „da überall Lösungen für dezentrale Energiespeicher gesucht werden“. Nancy Fürst ist von den Vorteilen der in Gaildorf gebauten Anlage überzeugt: „Unser System ist modular und lässt sich mit jeder Form der erneuerbaren Energien verbinden.“ Die „Wasserbatterie“ könne auch an bestehende Windparks angebunden werden.

Bei Max Bögl hofft man jetzt auf Bestellungen von Komplettlösungen oder einzelner Komponenten. Schon lange geht es nicht mehr nur alleine um die Verbindung von Wind- und Wasserkraft. Das Angebotsspektrum umfasst auch einen innovativen Wärmespeicher und komplexe Verbundlösungen für die Bereitstellung von Strom und Wärme auf regenerativer Basis für Industrie, Gewerbe und Wohnungen. Interessierte Kundschaft war schon da und genoss im Sommer bei einem „Sunset Dinner“ auf einem der Speichertürme den überragenden Ausblick übers Limpurger Land.

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