Austausch Arbeiten über alle Barrieren hinweg

Landrat Dr. Richard Sigel im Gespräch mit der Landesbehindertenbeauftragten Stephanie Aeffner beim Treffen der Schwerbehindertenvertretungen in Waiblingen.
Landrat Dr. Richard Sigel im Gespräch mit der Landesbehindertenbeauftragten Stephanie Aeffner beim Treffen der Schwerbehindertenvertretungen in Waiblingen. © Foto: df
Waiblingen / Martina Nicklaus 15.06.2018

Die Vertrauenspersonen der schwerbehinderten Mitarbeiter der baden-württembergischen Landratsämter treffen sich jährlich, um sich über ihre Arbeit auszutauschen. Dieses Jahr haben sie im Landratsamt in Waiblingen getagt. Bei dem Treffen war auch die Landesbehindertenbeauftragte Stephanie Aeffner zu Gast. Sie stellte ihr Aufgabenfeld als Landesbehindertenbeauftragte vor. Mit ihr sollen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Schwerbehindertenvertretungen der Landkreise erörtert werden.

Zudem hat Ulrike Roggenbuck-Azad vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Möglichkeiten aufgezeigt, wie bestehende, zum Teil in die Jahre gekommene öffentliche Gebäude umgestaltet werden können – wenn nicht barrierefrei, so sollen sie doch zumindest barrierearm sein.

Landrat Dr. Richard Sigel betonte: „Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass wir uns dafür einsetzen, die Belange der Menschen mit Behinderungen stetig zu verbessern. Das gilt sowohl innerhalb der Kreisverwaltung als auch in den anderen Bereichen, auf die wir als Landkreisverwaltung Einfluss haben – wie zum Beispiel dem öffentlichen Nahverkehr. Schließlich hat unser Landkreis eine besondere Beziehung zum Thema Inklusion, auch durch die hier ansässigen freien Träger.“ Bei Planungen von Immobilien berücksichtige die Landkreisverwaltung Rems-Murr zudem, dass das modernisierte Landratsamt sowohl für die Bürger als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts barrierefrei nutzbar ist. In all diesen Fragen unterstütze der Kreisbehindertenbeauftragte Roland Noller die Verwaltung intensiv. Gemeinsam mit ihm konnten in vielen Bereichen schon zahlreiche Verbesserungen erzielt werden, freut sich der Landrat und nennt als Beispiel die Vorlesefunktion auf der Home­page der Kreisverwaltung, eine Induktionsschleife für Menschen mit Hörbehinderungen, aber auch die Bereitstellung von Dokumenten in Brailleschrift oder als Hörmedium für Menschen mit Sehbehinderungen.

Einstellung muss stimmen

Neben den ganz konkreten Rahmenbedingungen sorge da­rüber hinaus eine positive Einstellung gegenüber Menschen mit Schwerbehinderungen dafür, dass ein Arbeitsplatz oder eine Behörde als behindertenfreundlich wahrgenommen werde, betont Kerstin Acker, Schwerbehindertenvertretung im Landratsamt für den Rems-Murr-Kreis. Diesen Ansatz möchten alle Beteiligten in der Behörde weiter gemeinsam verfolgen.

Kontrollfunktion und Impulsgeber

Aufgabe Die Schwerbehindertenvertretungen der Landkreisverwaltungen tragen Sorge dafür, dass die Rechte der schwerbehinderten Beamten und Angestellten gewahrt werden. Ebenso achten sie da­rauf, dass Menschen mit Behinderungen gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Die Landkreisverwaltungen tragen hierbei eine besondere Verantwortung, da sie wie die Landes- und Bundesverwaltungen eine Vorbildfunktion innehaben.

Ziel Dabei geht es nicht nur um die Arbeitsbedingungen, sondern auch um die Erfüllung der Schwerbehindertenquote: Mindestens fünf Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen eine Schwerbehinderung aufweisen.