Seit 1967 gibt es den Internationalen Tag der Pflege. Er wird am 12. Mai begangen – dem Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale.

„Wir sollten den 12. Mai nutzen – beispielsweise um darüber nachzudenken, wie unsere Gesellschaft ohne Pflegende aussehen würde“, stellt Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad fest. Und weiter: „Wir sprechen hier von Fachkräften, die uns von der Geburt bis zum Sterbebett begleiten.“

So wichtig die Aufgaben der Pflegefachkräfte sind, so wenig Wertschätzung wird ihnen mitunter entgegengebracht. Denn oft müssen sie mit schweren psychischen Belastungen umgehen, zum Beispiel bei der Arbeit mit stark Behinderten, Schwerkranken oder in der Sterbebegleitung. Das zerrt Tag für Tag an den Nerven – und wird meist nicht ausreichend bezahlt. Auch dies ist ein Punkt, über den am heutigen Internationalen Tag der Pflege nachgedacht werden sollte. Denn nur bei angemessener Entlohnung wird es künftig genug Pflegekräfte geben – die alle irgendwann brauchen werden.

Deutlich wird dies, wenn Statistiken herangezogen werden. Die Deutschen werden im Durchschnitt immer älter – und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Waren Ende 2016 insgesamt 2,75 Millionen Pflegefälle registriert, gab es bis Mitte 2017 schon 3,1 Millionen Pflegebedürftige – eine Steigerung von fast 13 Prozent. Kein Wunder also, dass qualifizierte Pflegekräfte fast überall gesucht werden. Bei der Sensibilisierung für die Problematik hilft auch der Internationale Tag der Pflege.

Verbesserung der Ausbildung

„Wir brauchen diesen Tag, um auf den Fachkräftemangel noch deutlicher hinzuweisen, denn schon jetzt bleiben offene Stellen für examinierte Altenpfleger durchschnittlich 167 Tage unbesetzt. Gesundheits- und Krankenpfleger werden aktuell in Westdeutschland sehr gesucht, aber auch in anderen ostdeutschen Bundesländern wird es bald einen Mangel an Fachkräften geben“, sagt Timm weiter. Das sind deutliche Indikatoren für die positiven Zukunftsaussichten ausgebildeter Pflegekräfte. Die Ausbildung dauert heute durchschnittlich drei Jahre. Ab 2020 tritt eine neue Reform in Kraft: Dann wird bundesweit einheitlich ausgebildet und es muss kein Schulgeld für die Pflegeschule gezahlt werden. Eine Spezialisierung auf Kinderkranken- oder Altenpflege ist im dritten Jahr möglich. Und: Wer nach dem zweiten Jahr seine Ausbildung beendet, kann den Abschluss zur Pflegeassistenz erlangen. Ergänzend zum neuen Ausbildungsweg soll ein berufsqualifizierendes Pflegestudium angeboten werden, das neue Karrieremöglichkeiten eröffnet.

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Timm erklärt: „Relativ unbekannt ist der Beruf der professionellen Senioren-Assistenz. Wer längere Zeit Angehörige gepflegt hat, findet es danach oft schwierig in den alten Beruf zurückzukehren. Als Senioren-Assistenten können diese Menschen sich selbstständig machen und ihr Wissen für einen beruflichen Neuanfang nutzen“. Die Assistenten unterstützen ältere Menschen bei alltäglichen Dingen, die nicht vom Pflegedienst übernommen werden.