Oberrot Herbstwiesen: An LED scheiden sich die Geister

Nahe am Kreisel möchte der Antragsteller eine LED-beleuchtete, zwölf Quadratmeter große Werbeanlage aufstellen. Der Gemeinderat sagt Nein und ändert den Bebauungsplan.
Nahe am Kreisel möchte der Antragsteller eine LED-beleuchtete, zwölf Quadratmeter große Werbeanlage aufstellen. Der Gemeinderat sagt Nein und ändert den Bebauungsplan. © Foto: Brigitte Hofmann
Oberrot / Brigitte Hofmann 17.05.2018
Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat Oberrot den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Herbstwiesen“ gefasst. Jetzt geht das Verfahren in die nächste Runde.

Von Seiten der Öffentlichkeit wurden keine Bedenken angemeldet. Die Vorschläge der Behörden wurden berücksichtigt und einige Formulierungen überarbeitet. Wesentliche Änderungen in den Planunterlagen ergaben sich dadurch nicht. Im Zuge der Konkretisierung des Bauvorhabens hatte der Antragsteller, der das Grundstück zwischen Nördlicher Entlastungsstraße und Zweisimmenstraße bebauen will, einen weiteren Wunsch geäußert. Er möchte die bislang festgelegte Quadratmeterzahl für Werbeflächen von fünf auf zwölf Meter erhöht wissen, was eine Anpassung der örtlichen Bauvorschriften erforderlich macht. Sowohl Bürgermeister Daniel Bullinger als auch Hauptamtsleiter Martin Hofmann standen dem Antrag positiv gegenüber, hatten aber die Rechnung ohne ihren Gemeinderat gemacht. Die Hälfte nämlich sah die Sache kritisch, zumal die beiden Werbeanlagen, mit LED-Boards ausgestattet, nachts leuchten sollen. Eine freistehende Tafel nahe am Kreisel wird als besonders kritisch erachtet, da sie Autofahrer ablenken könnte. Mit einem Plakat in dieser Größe an einem Gebäude könne man sich noch arrangieren, hieß es, mit LED-Licht direkt am Kreisel nicht. Weil im Ort bereits mehrere große Werbetafeln genehmigt wurden und auch freistehen, müsse die Gleichberechtigung gewahrt sein, entgegnete die andere Seite.

Verkehrstechnisch seien die Einwände durchaus nachvollziehbar, warf Martin Hofmann ein. Es gehe darum, die Größe festzulegen, alles andere ergebe sich im Rahmen des Verfahrens. „Wir stimmen jetzt ab“, forderte Gemeinderat Achim Fritz, um den langen Diskussionen ein Ende zu setzen. Mit knapper Stimmenmehrheit billigte der Gemeinderat die vierte Änderung des Bebauungsplans im Zusammenhang mit den Änderungen der örtlichen Bauvorschriften. Die besagen, dass Werbeanlagen eine maximale Ansichtsfläche von 12 Quadratmeter nicht überschreiten dürfen. LED-Boards oder Ähnliches sind nicht zulässig und ein Abstand zum Kreisel ist einzuhalten. Die Pläne werden nun erneut ausgelegt und sofern nichts dagegen spricht, kann der Satzungsbeschluss in der Juni-Sitzung erfolgen.

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