Der Bau der Teilortsumgehung von Untergröningen verzögert sich um ein paar Monate. Statt im Sommer 2019 werde voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 begonnen, teilt das Regierungspräsidium in Stuttgart auf Anfrage unserer Zeitung mit. Im Mai war gemeldet worden, dass die Vorplanungen in der Sommerpause abgeschlossen werden könnten, sodass die Ausführungsplanung und die europaweite Ausschreibung noch 2018 in Angriff genommen werden könnten.

Stau durch Schwertransporte

Grund der Verzögerung ist eine Änderung des Trassenverlaufs. Man könne die Kurvenführung optimieren, da ein bestehendes Gebäude abgerissen werden kann, erklärt Katja Lumpp, Pressesprecherin beim Regierungspräsidium. Nicht der Abriss selbst, die Planung des veränderten Kurvenverlaufs, die mit den jeweils beteiligten Behörden abgestimmt werden muss, benötigt zusätzliche Zeit.

Mit der Teilortsumgehung wird eine seit Jahrzehnten währende Eng- und Kurvenstelle in der Ortsmitte entschärft. Die B 19  wird häufig für Schwertransporte genutzt, die dann nur mit Mühe um das sogenannte „Lamm-Eck“ kommen. Mitunter, so der Abtsgmünder Bürgermeister Armin Kiemel, komme es zu stundenlangen Verzögerungen. Durch den Bau der Teilortsumfahrung werde diese Situation entschärft. Zudem erhalte man die Möglichkeit, den Ortskern dörflich aufzuwerten.

Untergröningen

Die neue Straße bringt freilich nur eine Teilentlastung. Das Untergröninger Gewerbegebiet, sagt Ortsvorsteher Thomas Bacher, könne nach wie vor nur durch den Ort angefahren werden. Der Ort­schaftsrat hoffe auf eine neue Zufahrt über den Argenbach, die den Ort dann endgültig vom Transportverkehr entlasten würde.

Die neue B 19 wird östlich  am Ortskern vorbeigeführt. Dazu müssen zwei Brücken über den Kocher gebaut werden, der dort eine Schleife macht. Die neue Trasse beginnt, aus Richtung Gaildorf kommend, an der Haller Straße und mündet auf Höhe des Gröninger Marktes wieder in die bestehende B 19 ein.

Dass mit dem Kocher ein Gewässer erster Ordnung zwei Mal gekreuzt werden muss, macht die Sache kompliziert. Eingriffe in Retentionsräume müssten ausgeglichen werden, was weitere Gutachten und Berechnungen notwendig mache, erklärt Lumpp. Auch die Auswirkungen auf die Brückenkonstruktionen seien zu berücksichtigen. Um die beiden Bauwerke sicher gründen zu können, müsse man das aktuelle Bodengutachten teilweise überarbeiten.

Weitere Änderungen möglich

Die zuständigen Fachbehörden seien bereits an der Arbeit, erklärt Lumpp. Neue Erkenntnisse, die sich aus den Untersuchungen und Berechnungen ergäben, würden im Prozess abgestimmt. Das Ziel ist klar, das Ergebnis offen: Die jetzige Situation, betont Lumpp, sei ein Zwischenstand, weitere Änderungen könnten sich durchaus noch ergeben.

Die Gemeinde Abtsgmünd hat das Gebäude in der Haller Straße, das nun abgerissen werden soll, und die dazugehörigen Flächen im Auftrag des Landes Baden-Württemberg Anfang des Jahres erworben. Insgesamt handelt es sich um etwa 2000 Quadratmeter. Mittlerweile habe man auch einen Bauantrag für den Abriss des Gebäudes gestellt, sagt Bürgermeister Kiemel. Sobald ein Kostenvoranschlag vorliege, werde man diesen der Straßenbauverwaltung melden. Die Gemeinde sendet damit klare Signale nach Stuttgart: „Wir wollen keine Verzögerungen mehr“, betont Kiemel, „was in unserer Macht steht, werden wir so schnell wie möglich umsetzen.“

Kosten entstehen der Gemeinde nicht: Da es sich um den Bau einer Bundesstraße handelt, übernimmt der Bund auch die kompletten Kosten. Bislang sei man davon ausgegangen, dass die Straße weniger als zehn Millionen Euro kosten werde, so Lumpp. Inwiefern sich die jetzigen Änderungen auf die Kosten auswirken werden, sei noch nicht bekannt. Die Straßenbauverwaltung werde eine Kostenberechnung durchführen, wenn die Vorplanung abgeschlossen ist. Derzeit gehe man davon aus, dass die Ausführungsplanung bis Herbst nächsten Jahres vorliegen werde.