Stadtmarketing Am Gaildorfer Samstag ist punktuell Geselligkeit Trumpf

Bürgermeister Frank Zimmermann schenkt zum Auftakt des Gaildorfer Samstags Freibier auf dem Marktplatz aus. Besonderen Gästen wie Ehrenbürger Gerhard Schick serviert er die Halbe, die Bürger holen sich ihr Bier selbst.
Bürgermeister Frank Zimmermann schenkt zum Auftakt des Gaildorfer Samstags Freibier auf dem Marktplatz aus. Besonderen Gästen wie Ehrenbürger Gerhard Schick serviert er die Halbe, die Bürger holen sich ihr Bier selbst. © Foto: Matthias Welz
Gaildorf / Cornelia Kaufhold 09.07.2018

Bei Silvia Roth hat am Samstag die Kasse geklingelt. Schon morgens, berichtet die Geschäftsfrau, „war viel los im Laden, und um 18 Uhr ist der letzte Kunde rausgegangen.“ Im letzten Jahr habe sie am Gaildorfer Samstag „nicht mal eine einstellige Summe“ erwirtschaftet. Ihr Sportgeschäft in der Bahnhofstraße liegt außerhalb des Stadtkerns, wo sich auch am 34. Gaildorfer Samstag das Leben abspielt. Jetzt freut sich Silvia Roth über ein vierstelliges Ergebnis. „Alle meine Erwartungen sind übertroffen worden“, sagt sie am Samstagabend im Gespräch mit der Rundschau.

Zu diesem Zeitpunkt sind die Schrannen auf dem Marktplatz längst abgebaut. Zum Festauftakt sind sie gut besetzt. Hans Kriso dirigiert seine rund 40 Musiker von der Stadtkapelle, die dort traditionell die Gäste mit flotter Musik unterhalten. Die Stimmung an diesem sonnigen Sommertag ist fröhlich und wird ziemlich ausgelassen zum Entenrennen.

Auf der Kocherbrücke stehen viele Zuschauer, die Kinder hat es ans Flussufer gezogen, um aus nächster Nähe mitzuerleben, wie die Sponsorenenten zu Wasser gelassen werden. 13 Betriebe und Vereine haben die etwa 50 Zentimeter hohen Quietscheenten aufwändig und kreativ gestaltet. Eine trägt Kopfhörer, eine andere einen roten Helm, eine dümpelt mit blonder Lockenpracht über den Kocher, eine weitere hat einen Pömpel auf dem Kopf, der üblicherweise dazu benutzt wird, verstopfte Abflussrohre durchgängig zu machen. Auch eine Zeitungsente ist dabei und eine mit großen gelben, haarigen Flügeln. Schließlich purzelt ein ganzer Schwall kleine Entchen ins Wasser, von denen einige übers Ziel hinausschießen und von Rettungsschwimmern der DLRG vor dem Abtrieb in Richtung Schwäbisch Hall gerettet werden. Gabi Schagemann vom Arbeitskreis Freibad der Zukunftswerkstatt – er hat das Entenrennen initiiert – freut sich über den Erlös. „Wir rechnen zusammen mit den 1600 Euro vom letzten Jahr mit gut 4500 Euro unterm Strich.“ Von dieser Summe soll ein Gerät fürs Mineralfreibad angeschafft werden. „Wir sind von der Resonanz überwältigt“, sagt sie.

Viele Zuschauer vor der Bühne

Beim Kino drängeln sich Buggys, Eltern, Tanten, Onkel und Großeltern wollen den großen Auftritt des Nachwuchses  auf der Tanzbühne nicht verpassen. Angelina Galozi macht mit den Kinder-Showtanzgruppen des TSV Eutendorf den Anfang. In bunten Kostümen tanzen die  Mädchen, vor der Bühne stehen Väter und Mütter, strecken ihr Handy in die Höhe und nehmen die Darbietung auf. Sportlich geht’s mit Zumba und den  Showrobic-Girls vom TSV Gaildorf weiter. Janina Joos hat mit den Mädels trainiert. Auch sie bekommen ordentlich Applaus. Claudia Hohloch zeigt, wie die Kleinen mit Spaß entspannen können. Die Bambini der Gaildorfer Schlossgarde zeigen voller Stolz ihren Showtanz „1001 Nacht“ und die Tanzmariechen ihre Mariechentänze. Zum Schluss zeigen die Rope-Skipper des TSV Gaildorf, was Fitness heißt.

Doch kaum ist die Aufführung vorbei, verlaufen sich die Gäste. Die Karlstraße ist gähnend leer, Auch auf dem Marktplatz sieht es recht übersichtlich aus. In der Kanzleistraße spielen zwei Jungs beim Tennisclub ein paar Schläge. Davor ist ein Rodeo aufgebaut. Ein kleines blondes Mädchen quietscht vor Vergnügen, während sich der Plastikstier dreht.

Hinter der alten Stadtschule unterhalten die Nachwuchsmusiker und die Stammkapelle ihre Kaffeegäste. Die Stadtkapelle hat alle Hände voll zu tun, sie zu bedienen. Im kleinen Brunnen und im Sandkasten spielen Kinder. Sie können auf die Schulstraße schauen. Dort ist Ursula Groh mit ihrer Drehorgel unterwegs. Die Künstlerin Jutta Lamprecht aus Winzenweiler sitzt unterm Sonnenschirm und wartet auf Kunden, die ihre gebatikten Taschen und Karten mit Linoldrucken kaufen. Die Imkerei Durchdenwald aus Hägenau lässt die Gäste ihren Honig kosten, ein paar Stände weiter gibt es Kräuterbrot und Bruschetta. An der Bahnhofstraße grillen Angler vom Fischereiverein Zander und Forelle. Die 97 Forellen und 80 Zander gehen weg wie nichts, „ohne eine Reklamation“, meint der Grillmeister lachend.

Im Gespräch mit Kunden

Martina Korba aus Rosengarten beugt sich über ihre Nähmaschine und näht eine kleine Naht. Klammerbeutel, Kissenbezüge, Taschen, Tischdecken, Geldbörsen und Schals gehören zu ihrem Sortiment. Es ist ihr erster Stand beim Gaildorfer Samstag, „bei einer Standgebühr von zehn Euro macht es aber nichts, wenn der Umsatz nicht so toll ist“, meint sie. Ihr macht es Spaß, mit den Kundinnen zu sprechen, das Markttreiben zu beobachten. Sie bedauert, „dass wenig los ist. Der Markt hätte mehr Besucher verdient.“

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