Wandern Albvereinsgruppen Bühlerzell, Sulzbach und Laufen organisieren geführte Tour

Sulzbach-Laufen / ANITA URBAN 25.04.2013
Zum "Tag des Baumes" hatten die Albvereine von Bühlerzell, Sulzbach und Laufen eine Wanderung organisiert. Forstdirektor Hermann Kirschstein führte die mehr als fünfzig Teilnehmer durchs Gesträuch.

Bei der gemeinsamen Wanderung der Albvereinsgruppen Bühlerzell, Laufen und Sulzbach zum "Tag des Baumes" war eine stattliche Wanderschar unterwegs. 49 Erwachsene und sechs Kinder lauschten den informativen Erklärungen von Hermann Kirschstein. Der Forstdirektor gab interessante Einblicke in seinen Beruf und das große Thema "Wald" und beeindruckte mit fundiertem Wissen. Sein Hund "Jesko" wurde natürlich sofort von den Kindern belagert und an der Leine geführt.

Die Wanderung begann am Gasthaus "Germania" in Laufen und führte über den Albvereinsweg hoch zum Hochhalde-Spielplatz. Die dortige Grillstelle und Schutzhütte hat der Albverein Laufen vor Jahren in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Forstamt erbaut. Auf dem Weg erklärte der Forstdirektor die verschiedenen Waldtypen und berichtete von massiven Mistelproblemen bei den Tannen. Befallene Bäume werden in ihrer Vitalität und Gesundheit beeinträchtig; die Mistel dreht dem Wipfel buchstäblich den Kragen ab.

Kirschstein berichtete auch von zunehmenden Brennholz-Diebstählen. Teilweise verschwänden ganze Lkw-Ladungen. Die Waldbesitzer und Brennholzmacher erinnerte er eindringlich an das Tragen von Sicherheitsbekleidung und den vorgeschriebenen Motorsägen-Kurs.

Ein herrlicher Weitblick bot sich von der Hochhalde über das Kochertal. Von gegenüber grüßten die Windräder bei Ruppertshofen. In das Thema "Windkraft", speziell die Flächenausweisung auf den Gemarkungen Bühlerzell und Sulzbach-Laufen gab Kirschstein sehr detaillierte Einblicke. Sein berufliches Aufgabenfeld habe sich seit der Energiewende völlig verändert.

Es knisterte und knasterte im Unterholz, als die Wandergruppe querfeldein durch den Wald marschierte. Die Kinder entdeckten bunte Farbstreifen an den Baumstämmen. Der Ehrenvertrauensmann des Albvereins Laufen, Heinz Eherler, vermutete augenzwinkernd die Ausschilderung von Juchtenkäferwohnungen. Der Forstdirektor erklärte die richtigen Bedeutungen der verschiedenen Farbmarkierungen, mit denen nicht nur zu entnehmende Bäume und Rückegassen gekennzeichnet werden. Eine weiße Bauchbinde um den Baumstamm beispielsweise bedeutet "Zukunft": Dieser Baum darf nicht gefällt oder beschädigt werden, etwa wenn ein benachbarter Baum gefällt wird. Eine sehr wichtige Aufgabe bei der Pflege und Erziehung des Bestandes ist das "Auszeichnen" vor einer Durchforstungsmaßnahme durch den Förster.

An einem Hackerhaufen mahnten die Teilnehmer die Beschädigung der Waldwege durch Harvester und Rückegassen an; auch zu diesem Thema stand der Forstdirektor Rede und Antwort.

Derzeit in aller Munde ist der explodierende Bestand der Wildschweine und die damit verbundenen Flurschäden und Probleme für die Jäger. Der Sulzbach-Laufener Altbürgermeister Heinrich Krockenberger schilderte in amüsanter Weise seine Begegnung mit einer ganzen Wildscheinrotte. Auge in Auge stand er damals einer ebenso verdutzten Bache gegenüber. Da dies an einem Sonntagmorgen geschehen war, schloss Kirschstein, dass die Sau sich sicherlich gewundert hatte, dass Krockenberger nicht in der Kirche war.

Er berichtete auch von einer Wildsau, die vor ein paar Tagen eine Wanderung durch den Sulzbacher Hauptort unternahm. Sie sei auf dem Weg beim Seniorenhotel und vorbei am Hintereingang des Sulzbacher Rathauses gelaufen. Er vermute ja, dass sie sich bei der Ortsbehörde über die Abschussprämien für Wildschweine beschweren wollte. Am späten Freitagabend war das Rathaus allerdings nicht mehr besetzt. Nach einer Umkreisung des Marktbrunnens habe die Sau dann das Weite gesucht. Immer wieder gab es solche Anekdoten zu hören.

Beeindruckend war auch ein gewaltiger Erdrutsch im Egelsbachtal gegenüber der Ochsenhalde. Bevor es dann wieder hoch zum Heerberg und zum Abschluss in die Germania ging erzählte das mitwandernde Unternehmerehepaar Bernd und Monika Hirschbach von der Entwicklung und der derzeitigen Nutzung des ehemaligen Nasslagers ihres Holzwerkes nach dem Sturm "Wiebke".